"Wir brauchen Menschen, die hingucken . . ."

"Neo-Nazis testen stufenweise aus, wie weit sie gehen können - auch in der Schule", warnte Reinhard Koch, Leiter der Braunschweiger Arbeitsstelle "Rechtsextremismus und Gewalt", am Ausschwitz-Gedenktag vor Schülern des Lehrter Gymnasiums. (Foto: Gymnasium Lehrte/Manfred Filsinger)

Arbeitsstelle "Rechtsextremismus und Gewalt" appeliert an Gymnasiasten in Lehrte

LEHRTE (r/kl). Hat die nationalsozialistische Menschenverachtung 1945 ihr Ende gefunden? Keineswegs. "Die Rechtsextremen setzen das fort, was die Nazis begonnen haben," warnte Reinhard Koch, Leiter der Braunschweiger Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt. Er sprach vor allen Lehrter Gymnasiasten der Jahrgänge 10 bis 12.
Anlass für die Veranstaltung im Gymnasium Lehrte war der Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar.
Der Vortrag im Kurt-Hirschfeld-Forum begann mit einer Sortieraufgabe: Welche Menschen auf den gezeigten Fotos gehören zur Gruppe der Neo-Nazis dazu?
"Die Rechtsextremen gehen ganz ähnlich vor, wenn sie ihre Feindbilder formen: Sie sortieren die Menschen in Gruppen," erklärte Koch. "Ihr Denken ist durch die Ideologie der Ungleichwertigkeit, durch Menschenverachtung und durch Gewaltakzeptanz geprägt."
Die Zuhörer wurden sehr nachdenklich, als Koch die entscheidende Frage stellte: Was kann ich als Einzelner gegen den Rechtsextremismus tun?
"Wir brauchen Menschen, die hingucken," appellierte Koch an die Schüler. "Neo-Nazis testen stufenweise aus, wie weit sie gehen können - auch in der Schule."
Es beginne damit, das sie provozierende T-Shirts trügen. "Alle anderen müssen ihnen früh deutlich machen, dass Rechtsextremismus in ihrer Gemeinschaft nicht erwünscht ist."