Windkraft-Pläne in der Ramhorst lösen eher Skepsis aus

Das Podium war zahlenmäßig stark besetzt mit (von rechts) Sören Giere (am Mikrofon), Christoph Artinger Joane Kolshorn, Hauke Eggers-Mohrmann, Markus Jungmann Christian Oppermann und Carsten Gruppe. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Mehr als 60 Einwohner aus Immensen ließen sich informieren

LEHRTE/IMMENSEN (hdb). Als „gut geeigneten Standort“ für eine Windkraft-Anlage hat der potenzielle Investor eine etwa 270 Hektar große Fläche südwestlich von Immensen - zwischen der Bundesautobahn und den Bahnschienen - beurteilt. Viele
Einwohner blieben bei einer mehr als zweistündigen Informationsveranstaltung allerdings skeptisch.
Zu Beginn der Versammlung mit mehr als 60 Zuhörern im Landgasthaus "Scheuer's Hof" war viel Zeit auf die Eigenwerbung des Investors aus Rheinland-Pfalz verwendet worden, ehe Regionalmanager Hauke Eggers-Mohrmann auf das Kernanliegen zusteuerte: Eine 57 Personen umfassende Grundeigentümergemeinschaft hat sein Unternehmen mit der Planung einer Windkraftanlage in Lehrte-Ramhorst beauftragt.
Eggers- Mohrmann war sich aber anhand bisheriger Erkenntnisse sicher: „ Lehrte und Immensen sind eigentlich nicht betroffen.“ Er bezeichnete den Standort als „gut geeignet“ für mindestens zwölf, höchstens 16 Windkrafträder mit einer jeweiligen Höhe von 200 Metern. Der Experte wies anhand von Anschauungsmaterial nach, dass Schallemissionen und Schattenwurf keine Probleme darstellen würden.
Einige Immensener Einwohner formulierten daran ihre Zweifel. Sie verlangten auch so früh wie möglich Einsicht in die Planungsunterlagen.
„Sie haben nur Vorteile, aber keine Nachteile dargestellt“, hielt ein Bürger den Interessenvertretern vor. Mit Hinweis auf die naturgeschichtlich „einmalige“ Aue-Landschaft prophezeite er: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Politik dazu ja sagt“.
Das Projekt, das erst noch in die fortzuschreibenden Raumordnungsplanung aufgenommen werden müsste, löst laut den Planern Investitionen von etwa 60 Millionen Euro aus. Der Zeitplan geht aus von einer Genehmigung in knapp zwei Jahren und einer Realisierung bis zum Jahresende 2015.
Sören Giere, CDU-Ortsratsherr aus Immensen und neben Christian Oppermann, Jürgen Grethe und Carsten Gruppe Sprecher der Eigentümergemeinschaft, unterstrich die soziale Komponente des Projektes. „Die Bürger sollen davon profitieren“, versprach er mögliche Gewinnausschüttungen an örtliche Vereine. An der Anlage können sich aber auch einzelne Bürger oder genossenschaftlich organisierte Einwohner beteiligen.
Auch einen Sparbrief in Zusammenarbeit mit einem lokalen Geldinstitut können sich die Betreiber vorstellen. Außerdem hat der Investor angedeutet, eine Kooperation mit den Stadtwerken Lehrte anzustreben. Wohl deshalb saß auch Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Eberth im Publikum.