Wenn die Weihnachtsmarkt- Aussteller aktive Mitbürger/innen sind . . .

Überstrahlt hier gerade das Blitzlicht unseres Fotografen: Carsten Borsum Vorn), der neue Vorsitzende des Vereins zur Förderung der drei Dorfgemeinschaften, beim Probieren von in Kolshorn gebrautem Malz und Hopfen vor dem Eingang zum Aligser Weihnachtsmarkt. (Foto: Walter Klinger)
 
Mitten im Gedränge zeigt sich, dass (sie hatten ja 21 Jahre zum Üben) die Fans des Aligser Weihnachtsmarktes auch in dieser Hinsicht längst Profis sind: Vor den Buden bleibt auch bei größtem Andrang stets Platz für eine Doppelreihe der geduldig für Nachschlag Anstehenden. (Foto: Walter Klinger)
Lehrte: Festplatz Aligse Unter den Eichen |

. . . und alle auf enge Tuchfühling gehen, ist man in Aligse angekommen

ALIGSE (kl). In diesem Moment hätte man getrost auf die Christbaumbeleuchtung verzichten können, so sehr strahlte bereits zu Beginn des Aligser Weihnachtsmarktes der neue Vorsitzende des Vereins zur Förderung der (drei) Dorfgemeinschaften, Carsten Borsum: Schon am Freitagnachmittag nämlich war am Eingang kein Durchkommen mehr ins gemütliche Rund der 14 vereinseigenen Holzbuden nebst zwei Pfadfinderjurten - und der Weihnachtsmann sollte erst noch kommen . . .
"Deshalb machen wir das ja", war Borsum über die eng-gesellige Tuchfühlung der Besucher unter den Schirmen in der Platzmitte glücklich. Aber natürlich sind die (nicht nur aus den drei Dörfern Alige, Kolshorn und Röddensen stammenden) Fans dieses Traditions-Weihnachtsmarktes längst Profis darin, direkt vor den Buden genügend Platz für (im übrigen stressfreie) Warteschlangen zu lassen, damit der Essen- und Getränkenachschub gesichert bleibt.
Die Volksbank-Flammlachsbude (auch wenn deren Chef Hans-Werner Seifert beruflich pensioniert ist) und das Glühweinfass der Ortsfeuerwehr sind eh strategisch so positioniert, dass auch auf den Vorplatz verkauft werden kann, sollte der Andrang zu groß werden. Was dieses Mal bei zwei Regen- von drei Markttagen aber nicht erforderlich war.
Karl-Heinz Deichmeier, der zu diesem Weihnachtsmarkt den Vorsitz abgegeben hatte, war schon im Vorfeld hoch erfreut: drei heimische Kaufleute und Gewerbetreibende hatten mit Anzeigen dabei geholfen, im MARKTSPIEGEL mehr Platz für die Ankündigung im zu ermöglichen, denn die hatte Nachfolger Carsten Borsum größer gestaltet, als bislang üblich war.
Deichmeier, der wie in jedem Jahr die Aussteller (und das sind die aktiven Mitbürger/innen aus den drei Dörfern) mit von seiner Frau Brigitte gebackenem Baumkuchen bescherte, hat dabei eine Vision: Eine ganze Seite, auf der alle Weihnachtsmarkt-"Zutaten" vorgestellt werden könnten. Aber da spielen sicher die örtlichen Geschäftsleute nicht mit . . .
So können wir auch im Nachbericht das sehenswert selbst gebastelte Angebot nur exemplarisch benennen. Aus der "Röddenser Bude" zum Beispiel nicht nur Kränze und Liköre, sondern auch stilvoll-elegante Weihnachtssterne, die als Lichtelement mit Batterie notfalls (nächstes Jahr, wenn man z.B. vergessen hat die Laterne zu besorgen) auch als Lampion verwendbar sind.
Dass praktische Weihnachtsgeschenke formschön sein können, zeigten die Kolshorner Frauen unter anderem mit Badekugeln fürs wärmende Bad. Sie hatten auch Meditatives im Angebot: "Weihnachten in der Tüte" - Geschenkbeutel mit allem, was man (Frau!) zu zehn Minuten Innehalten im Advent braucht: Tee, ein Weihnachtslicht, einen Keks, eine Weihnachtsgeschichte . . .
Für den guten Zweck (der Erlös wird für Vorhaben der Dorfgemeinschaften aufgeteilt) kennen die aktiven Bastlerinnen keine Berührungsängste: So gibt es auch wunderbar knuffige Stoffhäschen zu Weihnachten, von Aligser Frauen nicht vor Ort, sondern bei Treffen in Steinwedel (!) hergestellt.
In gleich mehrfacher Hinsicht also ein Ort der Begegnung ist dieser Mehr-Dörfer-Weihnachtsmarkt. Was auch für die beiden Jurten der Christlichen Pfadfnder gilt. Eine beherbergt die Weihnachtsgeschichten und Bastelaktionen der Kindertagesstätte, die andere das Lagerfeuer mit Stockbrotbacken. Dazu gibt es Tee (Tschai) nach Pfadfinderart, Kakao und - bei Pfadfindern üblich - als internationalen Beitrag auch Chili con Carne. Nicht nur für die "süße" Weihnachtszeit, auch für Freunde des scharf Gewürzten hat der Aligser Weihnachtsmarkt Verlockendes im Angebot . . .