Von Schubert bis Gershwin: Duo singt in Lehrte Lieder über die Liebe

„Das Leben und die Liebe“ besingt Laura Bohn, am Flügel begleitet von Ephraim Schulz-Wackerbarth. (Foto: Horst-Dieter Brand)
Lehrte: Rosemarie-Nieschlag-Haus |

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand: Laura Bohn und Efraim Schulz-Wackerbarth begeistern

LEHRTE (hdb). Internationales Flair im Rosemarie-Nieschlag-Haus: Die Sopranistin Laura Bohn aus Seattle und der Pianist Efraim Schulz-Wackerbarth aus Amsterdam haben bei ihrem knapp einstündigen Konzert ihr - überwiegend älteres - Publikum begeistert. Wandlungsfähig und einfühlsam präsentierte das Duo Lieder von Franz Schubert und George Gershwin.
Wie kommen zwei so junge wie begabte Künstler nach Lehrte? Auf Umwegen und durch mütterliche Fürsprache: Schul-Wackerbarths Mutter verriet dem MARKTSPIEGEL, dass sie nach Stationen in Australien, wo auch Sohn Ephraim geboren wurde, und Osnabrück vor vier Jahren nach Lehrte gezogen seien.
Beim ersten Kontakt mit dem Stadtmarketing-Verein seien bereits Pläne für ein Konzert geschmiedet worden. Und gerade jetzt war die Gelegenheit für einen Auftritt günstig, weil das auch privat verbandelte Paar für vier Tage zu Besuch in der Eisenbahnerstadt weilte.
Diesem Umstand verdankten die etwa 50 Zuhörer einen musikalischen Streifzug zwischen Klassik und Moderne vom Feinsten. Schul-Wackerbarth, von Beruf eigentlich Jazz-Schlagzeuger und nach seinem Master-Studium in Amsterdam dort sesshaft geworden, begleitete die ausgebildete Sopranistin Bohn mit buchstäblichem Fingerspitzengefühl.
Die aufstrebende Opernsängerin aus Seattle, der größten Stadt im Nordwesten der USA, führte ihre Stimme in hoher wie in tiefer Lage makellos und mal zart, dann wieder kraftvoll.
Das wurde exemplarisch deutlich bei dem Song „Surabaya Johnny“ aus dem Musical „Happy End“ von Kurt Weill und Bertolt Brecht. Darin will ein Mädchen aus der Heilsarmee einen Gangsterboss bekehren trotz der Erkenntnis: „Du hast kein Herz, aber ich liebe dich so.“ Einen schönen Kontrast dazu bildeten drei Lieder von Franz Schubert, wobei das bekannte „Heideröslein“ beim Publikum besonderen Anklang fand.
Typisch amerikanisches „feeling“ kam bei den Songs „Someone to watch over me“ und „But not form me“ bestens zur Geltung. Die Zugabe „Fever“ lud zum Mitsummen und Finger schnipsen ein. Eigenkompositionen vervollständigten das ansprechend zusammengestellte Programm.
„So toll können Überraschungskonzerte sein“, freute sich am Schluss Udo Gallowski, Organisator und Programmmacher im Rosemarie-Nieschlag-Haus, über den durchschlagenden Erfolg und fasste diesen mit den Worten zusammen: „Ein Geschenk für unsere Bewohner.“