"Unverzagte“ aus Ahlten planen für den Herbst „Tratsch im Treppenhaus“

Besuch mit hanebüchenen Missverständnissen: Isabell Fichtner (von links) als Tochter Stefanie, Thorsten Bode als Opa, Christel Garms als Helma, Benigna Krampitz als Erika, Tobias Bartels als Hugo und Markus Lehnert als Gerd. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Im aktuellen Einakter löst ein "unvergesslicher Besuch“ hanebüchene Missverständnisse aus

LEHRTE. Der neue Einakter der „Unverzagten“ hat nur eine knappe halbe Stunde gedauert. Und das war auch gut so. Denn die im Rosemarie-Nieschlag-Haus präsentierte Geschichte entpuppte sichals so hanebüchen, dass sie auch nicht mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt hätte. Das unterforderte sechsköpfige Ensemble konnte dem schwachen Sujet auch kein Leben einhauchen.
Was hat sich der Autor Thomas Robl bloß dabei gedacht, ein so niveauloses Lustspiel mit aneinander gereihten Plattitüden und unglaubwürdigen Banalitäten zu schreiben? Schwer vorstellbar, dass die Aktiven der Ahltener „Unverzagten“ laut Regisseur Klaus-Dieter Garms während der Vorbereitungszeit so viel darüber gelacht haben, „dass wir gar nicht zum Proben gekommen sind“.
Die Amateurschauspieler blieben jedenfalls deutlich hinter ihren bei anderen Aufführungen bewiesenen Fähigkeiten zurück - was hauptsächlich an dem schwachen Nichts von einem Stück lag. Das auf ein erfrischendes Lustspiel programmierte, überwiegend ältere Publikum im nicht ganz voll besetzten Rosemarie-Nieschlag-Haus amüsierte sich - wenn es denn überhaupt lachte - angesichts vermeintlicher Komik sichtlich unter seinem Niveau.
Vor schwarzer Kulisse mit farbiger Gardine, einem Tisch, einem Sessel, einem Stuhl und einer Kommode spulten die „Unverzagten“ routiniert die Geschichte eines „unvergesslichen Besuches“ ab: Helma (Christel Garms) erwartet ihre alte, tierliebende Freundin Erika (Benigna Krampitz) samt ihrem Hugo, den die Gastgeber - warum nur? - für einen Hund halten. Als dann Erikas Ehemann Hugo (Tobias Bach) eintrifft, serviert ihm Helmas bessere Hälfte Gerd (Markus Lehnert) auftragsgemäß Hundefutter und Wasser aus dem Fressnapf - und der Gast wehrt sich nicht einmal. Er soll sogar ins Tierheim gebracht werden. Erika hingegen wird vom begriffsstutzigen Opa (Thorsten Bode) für die angekündigte „polnische“ Putzfrau gehalten („Erst putzen, dann happihappi“), und Tochter Stefanie (Isabell Fichtner) wiederum stuft Hugo als bestellten Handwerker ein, der gefälligst im Keller nach dem Rechten zu sehen hat.
Etwa 60 Zuschauer verfolgten die Aufführung, die laut Veranstaltungsorganisator Udo Gallowski traditionell als Auftakt für weitere frühlinghafte Veranstaltungen gilt. Ende April folgt das Frühschoppen-Konzert im Alten- und Pflegeheim an der Iltener Straße. Die Ahltener Spielschar will die nächste öffentliche Vorstellung von „Ein unvergesslicher Besuch“ bei einem Sommerfest am 27. Juni in der Pausenhalle der Grundschule präsentieren.
Dann sind auch Mitmachaktionen auf der Bühne sowie ein Blick hinter die Kulissen geplant. Für den Herbst wird nach Angaben von Regisseur Klaus-Dieter Garms der vieraktige Schwank „Tratsch im Treppenhaus“ einstudiert. Das Stück gilt durch die Aufführung mit Heidi Kabel als Frau Boldt und Henry Vahl als Herr Brummer am Hamburger Ohnesorg-Theater als Klassiker des prallen Volksstückes. Christel Garms spielt die Frau Boldt, Garms selbst den Herrn Brummer. Beide gemeinsam werden den Schwank inszenieren. Horst-Dieter Brand