Unverschämte Wunschzettel lassen den Weihnachtsmann in Lehrte verzweifeln

In dem Weihnachtsmusical wollen schwerelose Waldgeister und hilfsbereite Weihnachtswichtel den deprimierten Weihnachtsmann wieder gesund machen. (Foto: Susanna Veenhuis)

Ein Beitrag von Susanna Veenhuis - Witziges Weihnachts-Musical der Lehrter Albert-Schweitzer-Schule

LEHRTE (sv). Bittere Pillen waren so manche Wunschzettel von Kindern für den Weihnachtsmann, die unverschämte Forderungen stellten. Er wollte daraufhin lieber streiken als die Kinder beschenken. In dem Weihnachts-Musical, das die Schüler der Klassen 2 bis vier im Kurt-Hirschfeld-Forum aufführten, kommt es aber glücklicherweise ganz anders. Die spritzige und witzige Aufführung bereitete den Kindern wie auch ihrem Publikum ganz viel Spaß.
Mit Harfe, Xylophon und Glockenspiel eröffneten die Schüler das Programm, auf ihr Lied „Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst Du geschneit“ reagierte der Wettergott an diesem regnerisch-kalten Nachmittag leider nicht positiv. Das störte auch niemanden, denn drin war es warm und sehr lustig – und manchmal auch ein bisschen nachdenklich.
Trotz häufiger Szenenwechsel und über 200 mitspielenden Kindern hatte das Gewusel auf der Bühne System: Alle Sänger, Spieler und Musiker fanden schnell ihre Plätze und legten mit ihrem jeweiligen Part punktgenau los, als ob sie nie etwas anderes getan hätten als Musicals aufzuführen. Auch die Kulissen, die Lehrerin Christine Gniesma mit der Bühnenbau-AG erstellt hatte, waren perfekt platziert.
Zu bestaunen gab es neben großen Chören und Musikgruppen die pfiffigen Weihnachtswichtel, die dem nachdenklichen, traurig gewordenen Weihnachtsmann nach Kräften zur Seite stehen, schwerelos schwebende Waldgeister und einen sehr deprimierten Weihnachtsmann im roten Mantel, gespielt von Elay Gieseke. Als Moderatorinnen führten Nejra Pasagic und Henriette Füssel durch das Programm. „Der Weihnachtsmann macht Urlaub“ lautetet der Titel des kindgerechten Weihnachtsstücks von Heike Schrader. Seit Schulbeginn im September hatten die Schüler mit ihrenMusik- und Klassen lehrerinnen das Stück und die Musik einstudiert. Wiebke Fischer und Trude Schumann hatten die Aufführung koordiniert. „Bei dem Stück machen auch 17 Kinder mit, die erst seit ganz kurzer Zeit in Deutschland sind“, sagte Schulleiterin Beate Forgber.
„Wir sind die Doktoren, wir haben es geschworen, wir heilen jeden Kranken, er wird es uns danken“, rapten die Mediziner-Wichtel und schickten den vom Burn-Out geplagten Weihnachtsmann erstmal nach Capri in den Urlaub – Anlass für den Chor, die „Caprifischer“ anzustimmen.
Das Mädchen Maxi aber mag sich nicht mit dem Gedanken abfinden, dass Weihnachten in diesem Jahr ausfallen und es keine Geschenke geben soll. Stellvertretend für viele andere Kinder, für die das Weihnachtsfest mehr bedeutet als ein neues Smartphone oder einen neuen Computer, reist sie ihm hinterher und kann ihn davon überzeugen, dass er doch noch gebraucht wird.