TV-Star gibt Reflekortipps bei Verkehrssicherheitsaktion in Lehrte

Schauspielerin Julia Jäger (Mitte) verteilte mit Mitarbeiterinnen des Deutschen Verkehrssicherheitsrates, Polizeibeamten und ehrenamtlichen Seniorensicherheitsberatern bei der Aktion "Runter vom Gas" reflektierende Armbinden. Auch Bürgermeister Klaus Sidortschuk (in der Reihe hinter dem TV-Star, v.l.). Lehrtes Polizeichef Ulrich Bode und Polizei-Verkehrssicherheitsberater Peter Trinks apellierten insbesondere für die dunkle Jahreszeit: "Mach Dich sichtbar!" (Foto: Walter Klinger)

Sich "sichtbar machen" kann das Leben retten . . .

LEHRTE (kl). Für die Autofahrer gilt in der dunklen Jahreszeit mit erschwerten Sichtverhältnissen „Runter vom Gas!“, für Fußgänger, Rad-, Pedelec- und Mofafahrer "Mach Dich sichtbar!". Für beide Leitsätze warben jetzt Polizei, Deutscher Verkehrssicherheitrat (DVR), Bürgermeister Klaus Sidortschuk und ehrenamtliche Seniorensicherheitsberater bei einer eintägigen Aktion vor dem E-Center Lehrte - und brauchten nicht viel zu erklären, denn als DVR-"Botschafterin" und dreifache Mutter kam, was die Hilfsmittel zur besseren Wahrnehmung im Straßenverkehr angeht, TV-Star und Schauspielerin Julia Jäger gleich auf den Punkt.
Zuvor hatte der Leiter des Polzeikommissariats Lehrte, Ulrich Bode, noch einmal darauf hingewiesen, dass die Schwächsten im Straßenverkehr die Gefährdesten sind, vor allem die Senioren und Kinder und - speziell in Lehrte als prämierte Fahrradfreundliche Kommune stark unterwegs: die Fahrradfahrer. Bürgermeister Klaus Sidortschuk bekannte, dass er selbst - beim Radfahren durch Reflektoren und Helm geschützt - als Autofahrer gerade an Straßenecken Radfahrer im Dunkeln zuweilen erst sehr spät erkennt.
Auch wenn die Reflektorjacke unförmig ist, Julia Jäger (auch von ihrer Rolle als Ehefrau des TV-Commissarios Brunetti bekannt) zieht sie an, zumal ihr Wohnstadtteil Prenzlauer Berg in Berlin nicht so fahrradfreundlich ist. Umlegbare Warnkragenwesten für die Kinder, reflektierende Sticker, gute Beleuchtung, eingearbeitete reflektierende Streifen bereits in der Kinderkleidung sind in ihrer Familie eine Selbstverständlichkeit, beim Radfahren auch der gegen Kopfverletzungen schützende Helm, gute Beleuchtung und Reflektoren in den Radspeichen.
Solcher Schutz geht der Schauspielerin, die viel unterwegs ist, aber nicht weit genug. Sie plädiert wegen der größeren Zuverlässigkeit für Radnabendynamos und fragt sich, warum denn daran keine Stecklichter angebracht werden dürfen. Dürfen sie jetzt aber, berichtete der Verkehrssicherheitsberater der Region und zugleich neuer Sehnder Polizeikontaktbeamter Peter Trinks von einer just erfolgten Änderung in den Straßenverkehrvorschriften. Trinks rät nicht nur Eltern, den Einsatz von reflektierenden Hilfsmitteln den Kindern zu demonstrieren, sondern auch Pedelec-Fahrern zu üben, um ein Gefühl für die Wirkung der schnelleren Beschleunigung ihrer motorunterstützten Zweiräder entwickeln: "Der Autofahrer denkt, das ist doch bloß ein Radfahrer, den überhole ich noch bis zum Abbiegen - und schon ist der neben ihm".
Neben einem Reaktions- und Fahrradsimulator gehörte das Verteilen von Warnkragenwesten für die Kinder und reflektierenden Armbinden für Erwachsene zu der Verkehrssicherheitsaktion. Bei der sich - neben anderen Autofahrern - eine Großmutter aus Ahlten beschwerte, die ihre Enkel im Auto zur Schule bringt. Zahlreiche Kinder seien ohne Licht mit dem Rad unterwegs, "da müssen doch mal die Eltern in die Verantwortung genommen werden!".