Trauer um das Lehrter Wassserball-Idol

Als Lehrte noch kein Hallenbad hatte: Hartmut Wattenberg (links) 1966 im alten Freibad als Sieger der norddeutschen Titelkämpfe für „Vereine ohne Winterbad“. (Foto: LSV)

Hartmut Wattenberg ist verstorben

LEHRTE (r/kl). Er verkörperte gleich mehrere Epochen der heimischen Schwimmsportgeschichte: Die Wasserballer des Lehrter SV trauern um ihr langjähriges Abteilungsmitglied Hartmut Wattenberg, der am ersten Weihnachtstag nach längerer Krankheit kurz vor Vollendung seines 68. Lebensjahres verstorben ist.
Mehr drei Jahrzehnte lang war der Gas- und Wasserinstallateur mit der Sportart eng verbunden, und viele seiner einstigen Mitstreiter möchten die Zeiten nicht missen: „Da haben wir noch lange Abende im Freibad verbracht“, erinnert sich dessen früherer Mannschaftskamerad Joachim Haake, heutiger Trainer der LSV-Wasserballer, nicht nur an zahlreiche Kämpfe im Becken.
Sportlich sorgte „August“, wie er zumeist nur genannt wurde, noch vor der Eröffnung des heimischen Hallenbades in der Sturmmitte für spektakuläre Tore und ebnete dem Lehrter Wasserball den Weg zu zahlreichen überregionalen Erfolgen:
In den damals sehr populären Wettbewerben für „Vereine ohne Winterbad“ (VoW) holte er mit der LSV-Sieben 1966 in Wittingen und 1969 in Wolfenbüttel jeweils erste Plätze bei den norddeutschen Titelkämpfen, 1967 wurde in Misburg der deutsche Meistertitel sogar nur aufgrund der schlechten Tordifferenz verpasst.
Nach der Eröffnung des heimischen Hallenbades kratzte die Lehrter Mannschaft 1976 und 1977 als zweimaliger Verbandsliga-Vizemeister am Sprung in die Oberliga Nord.
Fest mit dem Lehrter Leben verbunden, war Wattenberg bis 1998 über lange Jahre noch als Wasserballwart, Schwimmwart, und Übungsleiter außerhalb des Beckens immer wieder für die Abteilung tätig. Als Trainer führte die LSV-Sieben 1995 in die Oberliga und das Landespokalfinale sowie 1997 in den deutschen Pokalwettbewerb (DSV-Pokal) – bis heute nicht wieder erreichte Leistungen.