"The Gregorian Voices" begeisterten in der Matthäuskirche Lehrte

Am spontan geänderten Auftrittsort in der Lehrter Matthäuskirche am Markt begeisterten die "Gregorian Voices" mit ihrem gewaltigen Stimmenpotential. (Foto: Dana Noll)
Lehrte: Matthäuskirche |

Ein Beitrag von Dana Noll - Vokaloktett aus Bulgarien überzeugte als Meister des gregorianischen Chorals

LEHRTE (dno). Die Lehrter Markuskirche blieb beim angesagten Konzert von "The Gregorian Voices" leider leer. Durch eine defekte Heizungsanlage wurde das Konzert spontan in die Matthäuskirche auf der anderen Seite der Bahnstrecke verlegt.
Hier warteten dann immerhin etwa 200 Besucher/innen auf den Einmarsch der "Gregorian Voices". Und der war durchaus sehenswert, so wie das anschließende Konzert hörenswert war
In braunen Mönchskutten und mit tief in die Stirn gezogenen Kapuzen schritten die Sänger nach den Begrüßungsworten von Tourmanager Dûsan Obenrauch, der „einen phantastischen Abend“ versprach, auf die Bühne. Die Matthäuskirche war in violettem Licht getaucht, welches die mystische, fast meditative Atmosphäre noch unterstrich.
Seit Frühjahr 2011 sind die "Gregorian Voices" auf Tournee in Europa. Vor fast drei Jahren waren sie bereits zu Gast in Lehrte. Die acht außergewöhnlichen Gesangssolisten zeigten auch diesmal ein gewaltiges Stimmenpotential und zogen die Besucher sofort in ihren Bann. Vom Tenor bis zum Bass war das Oktett beeindruckend besetzt.
Unter dem Motto „Gregorianik meets Pop“ gab es neben klassischen gregorianischen Klängen auch Popmusik, neu arrangiert, zu hören. Mit dem Lied „Ameno“ des Musikprojektes "Era", dass sich 1997 wochenlang in den deutschen Charts hielt, schlug der Chor den Bogen zwischen Klassik und Moderne.
Mit ihren Gesangsdarbietungen treten sie das Erbe des bekannten Männerchores "Gloria Dei" an und führen damit die Tradition der orthodoxen Kirchenmusik fort. Alle acht Sänger haben eine klassische Gesangsausbildung und eine stimmliche Bandbreite, die wie gemacht zu sein scheint für die perfekte Intonation frühmittelalterlicher Choräle.
Auch die Zuhörer/innen in der Matthäuskirche Lehrte schienen berührt von den einstimmig oder solo gesungenen gregorianischen Liedern. Tiefer Glaube und pure Lebensfreude wurden durch die wundervollen Stimmen unterstützt und erschlossen den Zuhörern eine neue Welt der Musik.
Die Sänger entführten ihr Publikum in eine spirituelle Klangwelt ohne zeitliche, religiöse oder sprachliche Grenzen. Durch die schlichte Präsentation konnten sich die Zuhörer voll und ganz auf die Darbietung konzentrieren und sich von den Klängen berauschen lassen.