Terminänderung für Vortrag "Zwischen Tradition und Moderne: Frauen im heutigen Indien"

Im vergangenen Jahr mit lebensgefährlichen Verletzungen niedergeschossen, aber nicht zum Schweigen zu bringen: Die Reporterin Tongam Rina aus dem indischen Bundesstaat Arunachal Pradesh berichtet am Sonntag im Antikriegshaus Sievershausen. (Foto: StfpV Hamburg)

Mit Gewalt vertriebene Reporterin Tongam Rina spricht erst am Sonntag im Antikriegshaus

LEHRTE/SIEVERSHAUSEN (r/kl). Erst am Sonntag, 13. Oktober, ab 17.00 Uhr (und nicht, wie vom Veranstalter ursprünglich gemeldet, am Freitag) ist Tongam Rina, designierte Preisträgerin des Leipziger Medienpreises 2013, zu Gast im Antikriegshaus Sievershausen. Die investigativ arbeitende Journalistin spricht dort zum Thema "Zwischen Tradition und Moderne: Frauen im heutigen Indien".
Indien ist ein Land, das zwischen Tradition und Moderne zerrissen zu werden droht. Ökonomische Entwicklung trifft auf traditionelle Strukturen, schafft ökologische Probleme und geht einher mit Korruption. In diesem Spannungsfeld gibt es auch in Indien zunehmend selbstbewusste, emanzipierte Frauen, die sich einmischen. Gleichzeitig sind sie Opfer patriarchalischer Strukturen. Die brutalen Übergriffe auf Frauen haben weltweit Aufmerksamkeit und Abscheu erregt.
Die investigativ arbeitende Journalistin Tongam Rina aus dem Bundesstaat Arunachal Pradesh berichtet seit Jahren als Reporterin der "Arunachal Times" über Korruption innerhalb lokaler, den fragwürdigen Bau von Staudämmen, Umweltskandale sowie die Situation von Frauen in Indien.
"Über die Situation der Frauen in Indien, ihren möglichen Einfluss und die Herausforderungen für die indische Gesellschaft wollen wir mit Tongam Rina sprechen," erläutert Otto Dempwolff vom Antikriegshaus.
Am 15. Juli 2012 wurde Tongam Rina vor dem Redaktionsgebäude der Zeitung von Unbekannten niedergeschossen und erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Es wird vermutet, dass der Mordanschlag in Zusammenhang mit ihrer journalistischen Arbeit steht.
„In Indien, wo ich herkomme, sind viele Journalisten gezwungen, ihren Beruf aufzugeben. Er ist zu gefährlich, nicht nur für sie, sondern auch für ihre Familien. Journalisten, Whistleblower und Aktivisten bezahlen einen hohen Preis für die Meinungsfreiheit, auch wenn sie von der Verfassung garantiert wird“ schrieb Tongam Rina unlängst in einem Artikel für die Süddeutsche Zeitung unter dem Titel „Verfolgte Reporter - wenn die Pflicht ruft“.
Seit April 2013 ist Tongam Rina Gast der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte. Am 8. Oktober 2013 wird ihr der Leipziger Medienpreis verliehen.