Team aus jugendlichen Flüchtlingen trifft sich regelmäßig zum Kicken

Die neue Mannschaft des SV Yurdumspor aus jugendlichen Flüchtlingen ist noch „ohne Namen“, aber schon mit viel Spaß zusammen. (Foto: Dana Noll)

Ein Beitrag von Dana Noll - Mannschaft „ohne Namen“ braucht dringend noch Fußballschuhe

LEHRTE (dno). Mit einem neuen Projekt startet der SV Yurdumspor Lehrte in das Jahr 2016. Ein eigenes Team für jugendliche Flüchtlinge wurde am vergangenen Mittwochnachmittag aus der Taufe gehoben und in die Volksbank Soccer-Arena des SV 06 Lehrte gebracht!
Kaum ein Sport lässt sich besser im Team umsetzen als Fußball! Doch für die Jungen, die aus Syrien, Afghanistan oder dem Irak unbegleitet nach Deutschland geflüchtet sind, ist es nicht so einfach, sich in einen örtlichen Fußballverein zu integrieren. Sprachbarrieren und die Leistungsanforderungen in bereits länger trainierenden Mannschaften verhindern den Quereinsteigern den Einstieg.
„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass gerade am Anfang, die Jugendlichen lieber unter sich bleiben. Sie haben dieselben Erfahrungen gemacht und fühlen sich wohler unter ihresgleichen“, so der Integrationsbeauftragte des Yurdumspor, Dirk Ewert.
Die Jugendlichen zwischen 14 Jahren und 17 Jahren treffen sich vorerst einmal wöchentlich, immer Mittwochnachmittag, mit Trainer Ayas Dawood, selbst Flüchtling und Patrick Fuller in der Volksbank Soccer-Arena des SV Lehrte 06, um für anderthalb Stunden zu kicken. Es soll ihnen hier die Möglichkeit gegeben werden, regelmäßig aus ihren Sammelunterkünften raus zu kommen, um so der räumlich-sozialen Isolation zu entgehen.
„Die Jungs sind sehr motiviert, aktiv, haben Talent und nutzen die Zeit auch für den Austausch untereinander“, so Mildred Meschede vom Verein Erlebnispädagogik und Jugend Sozialarbeit.
Bereits das Integrationsprojekt „Mandela Team“, das im Frühjahr 2014 vom TSV Röddensen übernommen wurde, war sehr erfolgreich. Hierbei trainieren Männer aus unterschiedlichen Flüchtlingsregionen und bildeten die erste „Flüchtlings-Mannschaft“ in Deutschland, die am regulären Punktspielbetrieb teilgenommen hat.
Damit zeigt der SV Yurdumspor erneut, dass er den 15. Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz 2015“, zu Recht gewonnen hat. Ziel des Wettbewerbs war es, den persönlichen Einsatz der Preisträger für die Gemeinschaft sichtbar zu machen. So wurden jährlich in der Praxis bewährte Projekte prämiert, die das Grundgesetz auf kreative Weise mit Leben füllen.
Mit den Preis- und weiteren Fördergeldern werden derzeit die Hallenmiete und auch die Erstausstattung der Mannschaft finanziert.
„Wir haben bereits Trinkflaschen gesponsert bekommen und vom DFB ältere Modelle von Sportanzügen“, so Ewert. Dennoch fehlt es besonders an Fußballschuhen in Größe 39 bis Größe 43, Schienbeinschonern oder weiterer Sportkleidung.
Wer helfen möchte, ob mit Sach- oder Geldspenden, gerne auch gute gebrauchte Schuhe oder Kleidung, kann sich an Yurdumspor, Dirk Ewert, wenden.
Auch Hans Werner Böttcher von der Fahrradwerkstatt des SV Yurdumspor an der Iltener Straße 17, freut sich sehr über Gebrauchträder. Diese können jeden Freitag von 11.00 bis 16.00 Uhr abgegeben werden.
„Gerade für das kommende Frühjahr wäre es schön, wenn die Jungs etwas mobil wären“, so Böttcher.