„Tag der Arbeit“ rief zu „mehr Solidarität“ auf

Sven-Christian Kindler, Grünen-Abgeordneter im Bundestag und haushaltspolitischer Sprecher seiner Fraktion, war Hauptredner auf der DGB-Mai-Kundgebung. (Foto: Dana Noll)

DGB Maifest bot interessante Redner vor interessiertem Publikum

LEHRTE (dno). Mit über 500 Besucher/innen war der Rathausplatz Lehrte bei der DGB Maifeier gut gefüllt. Sicherlich war dies auch dem schönen Wetter zu verdanken. Doch die Gäste nutzten ihre Chance, die Standpunkte von Sven-Christian Kindler, haushaltspolitischer Sprecher der Fraktion B90/Grüne, Dunja Borges, Konzertbetriebsratsvorsitzende des Klinikums Region Hannover, sowie des örtlichen DGB-Vorsitzenden Reinhard Nold zu erfahren.
Die Flüchtlingssituation, der Rechtsruck bei den Landtagswahlen, Sparmaßnahmen der Regierung, Leiharbeit und Werkverträge sowie Rentenalter und Freihandelsabkommen „TIPP“ sind nicht nur die Themen, die alle Bürger/innen derzeit beschäftigen, sondern auf der DGB-Maikundgebung auch „auf den Tisch kamen“.
Das Fest begann wie im vergangenen Jahr mit der ökumenischen Andacht, die der Pfarrer Roman Blasikiewicz sowie Pastor Andreas Anke gestalteten. Deutliche Worte fand der katholische Pfarrer Roman Blasikiewicz, der die schnellere Integration von Flüchtlingen einforderte und an alle Verantwortlichen gerichtet, sagte: „Alle Menschen sind gleich, egal woher sie auch kommen.“
Hauptredner Sven-Christian Kindler, Grünen-Abgeordneter im Bundestag und haushaltspolitischer Sprecher seiner Fraktion, prangerte in seiner Rede die Unterfinanzierung der öffentlichen Haushalte an: „Es kann nicht sein, dass Reiche und Superreiche immer reicher werden und die öffentliche Hand immer ärmer und die Schere zwischen Arm und Reich immer größer wird.“ Er forderte eine gerechte Steuer- und Finanzpolitik ein: „Millionäre müssen wieder angemessen zu dieser Gesellschaft beitragen, es ist höchste Zeit für eine Wiederbelebung der Vermögenssteuer.“
Auch der örtliche DGB Vorsitzende Reinhard Nold warb für Antworten gemäß dem diesjährigen Motto „Zeit für mehr Solidarität!“ und ging auf die Situation der derzeitigen Rentengeneration ein: „Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet haben, droht der soziale Abstieg im Alter.“ Als Gründe für diese Entwicklungen nannte Nold „die Rentenkürzungen, die in den vergangenen Jahren beschlossen wurden. Hinzu kommen die weit verbreitete Beschäftigung im Niedriglohnsektor und Lücken in der Erwerbsbiografie.“ Nold forderte daher, zuallererst das Absinken des Rentenniveaus zu stoppen und es langfristig deutlich zu erhöhen.
Dunja Borges, Konzernbetriebsratsvorsitzende des Klinikums Region Hannover, informierte über den aktuellen Stand zur „Medizinstrategie 2020“ aus Sicht der Beschäftigten. Sie warb für den Standort des Klinikums im Osten der Region und stieß damit auf großes Interesse.
Zahlreiche Vereine, Verbände, Organisationen und Parteien nutzten den Rathausplatz als Infomarkt. Ein buntes Rahmenprogramm mit dem DGB-Chor aus Hannover, Tanzeinlagen der Blue Arrows, Kinderunterhaltung wie Rallye und Hüpfburg sorgten für gute Unterhaltung. Für das leibliche Wohl war mit Bratwurst sowie Kuchen bestens gesorgt.