Symbolische 49 Kerzen zum Beginn des Brustkrebsmonats

Mit 49 Kerzen vor dem Altar in der Nikolauskirche erinnerte die Frauensxelbsthilfe "nach Krebs" daran, wieviel Frauen täglich in Deutschland an Brustkrebs sterben. (Foto: FSH Lehrte)

Frauenselbsthilfe "nach Krebs" entzündete sie in der Nikolauskirche

LEHRTE (r/kl). Bei herrlichem Herbstsonnenschein, jedoch mit schwerem Herzen, machten sich die Teilnehmerinnen der Gruppe Lehrte in der Frauenselbsthilfe nach Krebs am Luciatag auf den Weg zur Lehrter Nikolauskirche, um während einer Andacht mit der Krankenhausseelsorgerin Hille de Maeyer 49 Kerzen zu entzünden.
Die vielen leuchtenden Flammen ergaben ein wunderschönes Bild, jedoch sie haben einen traurigen Hintergrund. Sie symbolisieren die Zahl der Frauen, die laut Statistik täglich in Deutschland an Brustkrebs sterben.
So war es gestern und vorgestern, so wird es auch morgen und übermorgen sein - Tag für Tag. Mit der "Aktion Lucia" wird der internationale Brustkrebsmonat "eingeleuchtet". Damit soll aufmerksam gemacht werden auf die Notwendigkeit von weiterer Ursachenforschung, Früherkennung, Diagnostik, Behandlung und Nachsorge.
Die medizinische Versorgung ist in Deutschland auf einem sehr hohen Niveau und die Zahl der Kerzen wurde seit Jahren langsam kleiner, vor zehn Jahren waren es noch 53. Mit jährlich etwa 60.000 neuen Fällen bleibt Brustkrebs jedoch die häufigste Tumorerkrankung bei Frauen. Aus eigener Erfahrung wissen die anwesenden Frauen, dass sich viele Patientinnen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus alleingelassen und schlecht informiert fühlen.
Denn wenn die belastenden Bestrahlungs- und Chemotherapien abgeschlossen sind, hört die Behandlung bei einer Krebserkrankung noch lange nicht auf. Empfohlen wird heute in aller Regel eine Antihormontherapie, die über zehn Jahre erfolgt. Hier ist eine bessere Langzeitbetreuung auch deshalb sehr wichtig, damit die betroffenen Frauen die Therapie nicht vorzeitig abbrechen und so ihren Behandlungserfolg gefährden.
In der Gruppe der Frauenselbsthilfe nach Krebs wird von den Frauen, die das Leben mit Krebs aus eigener Erfahrung kennen, versucht, bestimmte Defizite unseres Gesundheitssystems auszugleichen, indem die Neuerkrankten aufgefangen, informiert und begleitet werden. Selbsthilfe kann ein sehr wichtiger Unterstützungsaspekt auf dem Weg mit und durch die Erkrankung sein, zum Beispiel beim Umgang mit Nebenwirkungen der verschiedenen Therapien.
Die Gruppe Lehrte trifft sich immer am letzten Mittwoch des Monats um 15.30 Uhr im Speisesaal des Klinikums Lehrte in der Manskestraße. Betroffene und auch deren Angehörige sind jederzeit herzlich willkommen, natürlich auch Erkrankte mit anderen Krebsarten, Männer und Frauen. Die Treffen können völlig unverbindlich besucht werden und sind kostenfrei. Ansprechpartnerin ist Elke Kunter, Telefon (05175) 27 52.