Super Stimmung bei der 16. Lehrter Rocknacht: 1500 Besucher trotzten Hitze und Gewitter

Rund 1.500 Besucher feierten die "16. Lehrter Rocknacht" auf dem großen MV-Gelände. (Foto: (4): Susanna Veenhuis)
 
Wie im guten Film: Authentisch bis in die Fingerspitzen präsentierten die „Blues Onoins“ ihre fetzige Blues Brothers Show. (Foto: Susanna Veenhuis)
Lehrte: Clubgelände Motorradverein Lehrte |

Ein Beitrag von Susanna Veenhuis - Musikalisches Wechselbad mit Country, Pop, Blues und Heavy Metal begeisterte die Fans

LEHRTE (sv). Pünktlich um 17.00 Uhr und keine Sekunde später begrüßte Soeren Ehmke die Gäste zur 16. Lehrter Rocknacht auf dem Gelände des Motorradvereins (MV) inmitten der Schrebergärten am Fuhrenweg. Das Programm mit vier Bands war straff, das musikalische Spektrum weit: Fans von Country, Pop, Blues und Heavy Metal kamen dabei voll auf ihre Kosten.
Mit einer Johnny Cash Tribute Show eröffnete die Burgdorfer Band „J.R. & His Blue Train“ um Sänger und Gitarrist Jan Hildebrand die Rocknacht. Schon diese Vier schafften es, die Besucher bis an die Bühne zu lotsen. Belohnt wurden sie für ihren Schritt nach vorn mit „I walk The Line“, „Ring Of Fire“ und auch weniger bekannten Titeln des „Man in Black“.
Außerordentlich textsicher zeigten sich die Fans der zweiten Band: Die vier Frankfurter Philipp, Danu, Dido und Domi von „Alex im Westerland“, schon im vergangenen Jahr beim MV zu Gast, legten trotz der schwülen Hitze wieder eine energiegeladene Show mit Titeln von den "Ärzten" und den "Toten Hosen" hin, und bei Titeln wie „Alex“ und „Junge“ sangen alle mit. Katja aus Hannover und Sonja aus Lehrte ließen sich nicht lange auf die Bühne bitten und sangen und spielten sogar mit – Luftgitarre, und zwar sehr gekonnt. Die Aufblas-Instrumente durften sie nach ihrem spektakulären Spaß-Auftritt behalten.
Schwarze Anzüge, Hüte, Sonnenbrillen: Als wären sie soeben dem Filmklassiker aus dem Jahr 1980 entstiegen, betraten Jake und Elwood Blues die Bühne – die Ähnlichkeit war verblüffend. Stilecht mit der „Pink Panther“-Melodie eröffneten die „Blue Onions“ ihre temperamentvolle und spaßgeladene Blues Brothers Show. Hier bewährte sich die große Bühnenfläche, denn die fast über ganz Deutschland verteilte Band rollte mit elf Personen an, aus denen im Lauf der Show 15 wurden.
Allein vier Mann stark war die Bläsergruppe mit Tenor- und Alt-Saxophon, Trompete und Posaune. Weniger musikalisch, dafür sehr martialisch wirkten die beiden Polizisten mit ihren ganz besonderen Instrumenten – original amerikanischen Schlagstöcken. Sie hatten auf der Bühne für Ordnung zu sorgen – eine Ordnung derart, dass sie bei dem Titel „Riot in Cell Block Number Nine“ beim Werfen von Klopapierrollen ins Publikum und beim Verteilen von Plastikchips kräftig mitmischten.
Vollends perfektioniert wurde die Show durch den Auftritt der zierlichen Patrizia aus Potsdam, die, wie das Film-Original in Kittelschürze und Plüschpantoffeln gewandet, mit gewaltiger Stimme eine authentische Aretha Franklin-Nummer hinlegte: Entsprechend ihrem gleichnamigen Song „Respect“ verschaffte sich die „singende Frauenquote“ (Moderator und Keyboarder Andre Blues) diesen nicht nur bei ihren Mitstreitern auf der Bühne, sondern auch beim Publikum, das diesen Auftritt mit frenetischen Beifall belohnte.
„Ja, ist denn schon wieder Bluesfestival“,kommentierte eine Besucherin den plötzlichen Regenguss. Als sollte der Top Act des Abends von höchster Stelle angekündigt werden, gab es zum Auftritt der Münchner Heavy Metal Band „Megaherz“ auch noch echten Donner. Auch hier bewiesen die Fans Textsicherheit und sangen Titel wie „Heuchler“, „Beiß mich“ oder „Jagdzeit“ zu den stampfenden Rhythmen der Metaller mit den schwarz-weiß geschminkten Gesichtern begeistert mit.
Begeistert von der Musik und der Atmosphäre zeigten sich auch die ehrenamtlichen Helfer des Deutschen Roten Kreuzes: „Hier ist es immer ruhig“, sagte Andreas Klingberg, und Karl Heinz Penter fügte hinzu: „Heavy Metal höre ich auch privat gerne!“
Jojo alias Jürgen Sievers vom MV zeigte sich zufrieden mit den Bands und den Besucherzahlen. Getreu dem Motto „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ stiegen er und seine Mitstreiter bei der Analyse der 16. Rocknacht am nächsten Tag auch gleich wieder in die Planungen für die 17. ein.