Süddorf Sievershausen ist der Gewinner eines aufregenden Tages

Bewegung stocksteif: Mit Bambusstöckern durch Hemd und Hose ging es auf die Laufstrecke. (Foto: TSV 03)
 
Pastorin Hanna Dallmeier taufte den kleinen Levy Chlupka im 16-Meter-Raum des Fußballplatzes. (Foto: TSV 03)
Lehrte: Sportheim am Schmiedeweg Sievershausen |

"Dorffehde" begeisterte mit vielen Programmhöhepunkten

SIEVERSHAUSEN (r/kl). Viel los war bei der lustigen Sievershäuser Dorffehde „Norddorf gegen Süddorf“ auf der Sportanlage des heimischen TSV.
Schon zum Gottesdienst, bei dem traditionell der erste Punkt des Tages für die meisten Gottesdienstbesucher der entsprechenden Dorfhälfte vergeben wird, strömten die Sievershäuser in Scharen. Rund 250 Besucher nahmen in blauer oder roter Kleidung am Gottesdienst teil. So viel, wie noch nie. Die blaue Kleidung steht dabei für das Süddorf, rot trägt das Norddorf.
Für einen Gottesdienstbesucher wird dieser Tag unvergessen bleiben, obwohl er sich selber wohl nicht mehr daran erinnern wird. Der kleine Levy Chlupka wurde im 16-Meter-Raum des Sievershäuser Sportplatzes getauft. Eine Premiere, die bei allen Anwesenden sehr gut ankam und für harmonische Stimmung sorgte.
Ohnehin ließ Pastorin Hanna Dallmeier nichts unversucht, um beide Dorfhälften friedlich aufeinander einzustimmen. Da der kleine Levy erst vor kurzem vom Norden in den Süden gezogen ist, vergab sie einen halben Extrapunkt für beide Dorfhälften. Die Harmonie hielt jedoch nicht lange an. Es wurde auf die Zählung der Gottesdienstteilnehmer bestanden und so ging der „Gottesdienstpunkt“ mit großem Vorsprung in den Süden. Spielstand damit 1,5 zu 0,5 für den Süden.
Anschließend spielten Kinder, Jugendliche und Erwachsene Fußball gegeneinander. Die besseren Kicker scheinen im Norden zu wohnen, denn alle Altersklassen wurden vom roten Team gewonnen. Spielstand 3,5 zu 1,5 für den Norden.
Dann war es endlich so weit, das "Spiel ohne Grenzen" konnte beginnen. Die vielen Zuschauer waren schon gespannt, welche lustigen Spiele sich das Organisationsteam wieder ausgedacht hatte. Und die Gäste der Dorffehde wurden nicht enttäuscht.
Zunächst waren die Kinder an der Reihe. Beim Spiel „Fanta-Ping-Pong“ musste ein Tischtennisball in mit Sprudel gefüllte Gläser geworfen werden, die dann ausgetrunken werden mussten. Punkt für den Süden. Im nächsten Spiel „Sackhüpfen mal anders“ mussten jeweils vier Personen in einem Bigpack über einen Parcours hoppeln. Der Süden hatte die bessere Technik und hüpfte auf „eins-zwei-drei“ immer ein Stück weiter, während die Norddörfler ständig durcheinanderpurzelten. Ausgleich zum 3, 5 zu 3, 5.
Das nächste Spiel war wieder ein Kinderspiel. Es musste Wasser in ein Rohr gegossen und am anderen Ende wieder aufgefangen werden, um das Wasser dann in einen Messeimer zu gießen. Die Kinder aus dem Süddorf waren an diesem Tag nicht zu schlagen. Die Kids waren so mit Eifer dabei, dass sie selbst und auch die rohrhaltenden, erwachsenen Helfer anschließend pitschenass waren. Natürlich zur Freude des Publikums.
Unentschieden ging das Leiterspiel aus. Zehn Spieler wurden zwischen den Leiterstufen eingeklemmt und mussten so einen Parcours absolvieren. Beim Spiel „Stocksteif“ wurden Bambusstöcke durch Shirt und Hose gesteckt, so dass das Gehen fast unmöglich war. Der Süden machte es auch hier besser.
Dann durften auch die Männer „Ping-Pong“ spielen. Allerdings mit vollen Biergläsern im 0,3-Liter-Format. Gingen die ersten Biere noch mit Schwung runter, so war der Durst doch schnell verflogen. Der Süden war durstiger. So stand es schon vor dem Abschlussspiel uneinholbar 7,5 zu 4,5 für das Süddorf.
Für eine Riesenbelustigung sorgte dann nochmal das letzte Spiel „Schwamm drüber“. An einer Anglerhose war im Po-Bereich ein Schwamm genäht. Mit diesem musste dann Wasser von einem Eimer zum anderen transportiert werden. Da der Rasen schnell feucht wurde, kam es zu vielen ungewollten Rutschpartien.
Die Zuschauer lachten Tränen. Das Norddorf war standfester und holte den letzten Punkt. Dennoch konnte der „Bürgermeister des Süddorfs“ Walter Behrens mit Stolz die Siegertafel in Empfang nehmen. Insgesamt steht es nun sieben zu fünf für das Süddorf.
Noch lange wurde auf der Sportanlage am Schmiedeweg der tolle Tag gefeiert. Und hier waren die blauen und die roten Sievershäuser wieder in Harmonie vereint. Zumindest so lange, bis in Sievershausen im nächsten Jahr wieder die Dorffehde naht . . .