Stehende Ovationen für scheidenden Kirchenchorleiter Wilhelm Jacob in der Markus-Gemeinde Lehrte

Viele Ehrenamtliche überreichen Pastor Andreas Anke (3.v.re.) ihre gestalteten Seiten für sein Jubiläumsalbum. (Foto: Dana Noll)
 
Kirchenchorleiter Wilhelm Jacob musiziert mit den anwesenden Besuchern des Gottesdienstes. (Foto: Dana Noll)
Lehrte: Ev.-luth. Markuskirche Lehrte |

Ein Beitrag von Dana Noll - Dank auch an Manfred Kadatz und Überraschung für Andreas Anke

LEHRTE (dno). Die evangelisch-lutherische Markuskirche Lehrte hatte jetzt zu einem Mitarbeitergottesdienst eingeladen und dabei alle Hände voll zu tun. Denn es galt, einen Chorleiter zu verabschieden, einem engagierten Leiter des "Blauen Kreuzes" zu danken, eine neue Kirchenvorsteherin einzuführen - und einen Pastor zu überraschen.
Klare Winterluft, herrlicher Sonnenschein – schöner konnte ein Sonntagmorgen nicht starten. Und so war der Gottesdienst von zahlreichen Lehrter/innen besucht. Nach dem Auftakt durch den Posaunenchor unter Leitung von Timo Fischer, begrüßte Pastor Andreas Anke die Besucher und bedankte sich bei Allen, die sich aktiv ins Gemeindeleben einbringen und ehrenamtlich tätig sind.
Und um genau diese ehrenamtlichen Helfer ging es in den nächsten 90 Minuten. So wurde der sichtlich gerührte Manfred Kadatz auf das Altarpodest gebeten, um ihm für seine langjährige Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der Arbeit mit und für Suchtkranke zu danken.
Seit 16 Jahren steht Manfred Kadatz als Leiter des "Blauen Kreuzes" den Betroffenen und auch den Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite – mit Leidenschaft! Aus gesundheitlichen Gründen legt er nun schweren Herzens seine Aufgabe zum 26. Februar nieder und wird am 30. Juni seine letzte "Amtshandlung" vollziehen.
Das Blaue Kreuz wurde bereits 1877 in Genf gegründet. Seit 1964 trägt es den Namen „Blaues Kreuz in der Evangelischen Kirche“ und unterstützt Selbsthilfegruppen für Suchtkranke. Unter dem Motto „Nicht einsam – gemeinsam“ treffen sich hier Betroffene, um zu reden, sich gegenseitig zu unterstützen oder fachliche Ratschläge ein zu holen.
Nicht minder schwer fiel Wilhelm Jacob der Weg auf das Podest. Nach mehr als 55 Jahren als Leiter des Kirchenchores wurde er nun verabschiedet. Von den Besuchern gab es bei seiner Dankesrede Stehende Ovationen und den ein oder anderen Seufzer im Publikum dazu. Ein kleines Trostpflaster: Jacob wird regelmäßig sonntags als Organist an der Orgel zu hören sein.
Doch wie es sich für einen Chorleiter zum Abschied gehört, ermunterte er die Besucher zum Singen eines Kanons, der an der Jahreslosung 2015 „Nehmet einander an, wie Christus euch angenommen hat“, angelehnt war.
„Einen Kanon kann man nicht alleine singen“, so Pastor Anke. Und so gingen er und Pastorin Sophie Anca in ihrer Predigt auf das friedliche Miteinander zwischen Völkern und Kulturen ein: „Neues und Fremdes ist oft verwirrend oder beängstigend, kann aber auch bereichernd und vielfältig sein. Werdet eine Gemeinschaft, trotz der Gegensätze. Nehmt einander an und steht hintereinander und beieinander.“
Mit Fürbitte und Segen wurde Iris Krüger als Kirchenvorsteherin eingeführt. Und bevor die Ehrenamtlichen zu einem gemeinsamen Mittagessen ins Gemeindehaus wechselten, wurde Pastor Andreas Anke von seiner Kollegin Sophie Anca, sowie Peter Andrejewski, seinem Stellvertreter im Kirchenvorstand, und Kirchenvorsteherin Anja Kratzsch- Pries überrascht. „25 Jahre, die kommen mir gar nicht so lange vor, da ich täglich Neuem begegne“, so Anke. Zu seinem Jubiläum hatte ihm die „Frauenzeit“ eine schöne Torte gebacken und vom Kirchenvorstand wurde ihm ein Jubiläumströpfchen und ein ganz besonderes Fotoalbum – mit leeren Seiten – überreicht. Diese galt es nun zu füllen und so kamen zahlreiche Vertreter der Vereine, Verbände und Institutionen auf die Bühne, um Andreas Anke ihre selbst gestalteten Erinnerungsseiten zu überreichen.