Staßfurt hat 25 Jahre nach Beginn der Partnerschaft mit Lehrte mehr Erlebniswert denn je . . .

Der große Moment: Die neu gewählte Staßfurter "Salzfee" Marina Schulze (li.) wird mit ihrer Vorgängerin Stephanie Otto - am zehn Meter langen Jubiläumskuchen von Konditormeister Manfred Bechstein "25 Jahre Partnerschaft Lehrte - Staßfurt" vorbei - von den Knappen des Bergmannsvereins zu ihrer Inthronisierung geleitet. (Foto: Walter Klinger)
 
Wenn die nun seit 25 Jahren andauernde Partnerschaft der beiden ehemaligen Partnerstädte eine gemeinsame Hymne hat, dann ist es das "Steiger-Lied": Staßfurter wie Lehrter erhoben sich, als dieses vom Jugendblasorchester Staßfurt und den "Ahltener Musikanten" gemeinsam intoniert wurde. (Foto: Walter Klinger)

Gut 200 Lehrter vom "Tag der Regionen", Traditionsbahnbetriebswerk, Bergbau-, Rundfunk-, Fahrzeugmuseum und Stadtbummel begeistert

Tolles Partnerschaftsjubiläum - Staßfurt ist stets eine (An-)Reise wert!

STASSFURT/LEHRTE. Über das (nicht ganz) Einlösen des Versprechens von den "Blühenden Landschaften" lässt sich noch heute trefflich debattieren. Wenn dies aber nach 25 Jahren gemeinsamer Städtepartnerschaft Lehrter und Staßfurter gemeinsam diskutieren, geschieht das freundschaftlicher und im gegenseitigen Respekt zweier (ehemaliger) Eisenbahner-, Kalibergbau- und Industriestädte voreinander, die in Sachen Lebens- und Wohnqualität beide in den letzten Jahrzehnten mächtig dazugewonnen haben. Dies ist wohl die wichtigste Erfahrung, welche die Lehrter mit zurückbrachten, die am Sonntag (28. September 2014) mit einem Sonderzug "unter Dampf" der Dampflok-Gemeinschaft 41 096 aus Klein Mahner bei Salzgitter zum Partnerschaftsjubiläum beim "Fest der Regionen" nach Staßfurt fuhren.
Die Feststellung der beiden Bürgermeister René Zok und Klaus Sidortschuk, dass die Partnerschaft mit gegenseitigen Anregungen zwischen Verwaltung und Vereinen gut funktioniert habe, fand kurz nach dem Einmarsch der 200 Lehrter/innen auf dem Festgelände kein wirkliches Handgeklapper im Staßfurter Publikum. Aber sie sind eben bedächtig, diese Menschen aus der Börde.
Denn mit dem Bürgermeisterwunsch, dass der Städtekontakt zwischen den Menschen fortgeführt werde, könnte es klappen. Denn im persönlichen Gespräch erwärmen sich die Staßfurter schon mit den Lehrtern - zumal, wenn man Erinnerungen von den ersten Besuchen auffrischt und auch gemeinsame Sorgen feststellt, nach wie vor auch um Arbeitsplätze; wobei der Mindestlohn mehr durcheinanderwirbelt, als so mancher Politiker wohl glauben wollte.
Nicht allein der Dampfzug bot Anlass zu Nostalgie "pur". Schon unterwegs wurden viele Erlebnisse aus und mit der einstigen DDR wieder wach, noch befördert vom Halt zum Nachwassern der Lok am ehemaligen Kontrollpunkt Marienborn. Der Blick aus den ehemaligen DDR-Zugabteilen aber stimmte bereits auf ein auch optisch überaus aufgewertetes Bild der früher grauen Gebäude hinter der einstigen Demarkationslinie ein.
Besonders beeindruckt das diejenigen, die früh bei der Städtepartnerschaft dabei waren (Ratsherr Erich Weber und unser Berichterstatter sogar schon bei der Partnrerschafts-Vorbereitung ein Dreivierteljahr vor der Wende). Aber auch die anderen Lehrter/innen staunten über die Veränderungen, nutzten zwischen den Attraktionen (außer dem Festgeschehen auch das Berbau-, das Rundfunk- und das Fahrzeugmuseum, das Traditionsbahnbetriebswerk - mit der Lok des Lehrter Zuges an diesem Tag mit vier Kesseln unter Dampf - und der Tierpark) die angebotene Stadtrundfahrt, ließen aber die Shuttlebusse dazwischen aus, um Staßfurt ein wenig zu Fuß zu durchwandern.
Und wurden herzlich aufgenommen, nicht nur auf dem Festplatz, wo die Mitglieder gleichartiger Vereine und Verbände natürlich schnell miteinander ins Gespräch kamen. Aber auch das Theatercafé in der Stadt etwa hielt für die Besucher sogar seine Mittagsküche bis zur Rückfahrt des Lehrter Zuges auf.
Und das Info-Team in den roten "Stadt an der Bode"-T-Shirts (zum Teil schon auf der Hinfahrt im Dampf-Sonderzug) war mit seinen Tipps und seiner Wegweisung überhaupt die Rettung, denn Staßfurt bot mehr zum Schauen und Erleben, als an diesem einem Nachmittag zu bewältigen war. Und das ist natürlich auch bei allen Staßfurt-Besuchen außerhalb solch offizieller Feste so.
In Dankbarkeit für einen absolut erlebnisreichen Sonntag übermitteln wir diese Nachricht besonders gern: Staßfurt, Börde und Umgebung sind immer eine (An-)Reise wert. schön wäre es, gäbe es über die Attraktionen der Partnerregion auch im Bürgeramt des Lehrter Rathauses doch etwas mehr Infomaterial. Aber man (frau!) kann ja auch alle fragen, die am Sonntag beim 25-jährigen Partnerschaftsjubiläum mit dabei waren . . .