Stadtwerke-Neubau Lehrte wird ein "neues Tor der Stadt"

Architekt Kay Marlow (von links), Bürgermeister Klaus Sidortschuk und Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Eberth legten vor Wasserturm und abgestützter Fassade des alten E-Werkes den Grundstein für die neuen Stadtwerke-Gebäude, die zu Weihnachten 2014 fertiggestellt werden sollen. (Foto: Walter Klinger)
 
Mit in der Metallkapsel des Grundsteins eingemauert wurde mit den aktuellen Lehrter Blättern (natürlich auch der MARKTSPIEGEL) auch die Schlagzeile "Trittin tritt ab" - der stellvertretende Stadtwerke-Aufsichtsratschef Ronald Schütz von den Grünen wurde deshalb von mehreren Ratsmitgliedern anderer Parteien tröstend geherzt, ist aber mit den Neubauplänen im Energie Plus-Standard hoch zufrieden . . . (Foto: Walter Klinger)

Grundstein gelegt - "Wichtiger Schritt für den Konzern Lehrte"

LEHRTE (kl). Als "neues Tor zur Stadt" hat Bürgermeister Klaus Sidortschuk am Mittwoch bei der symbolischen Grundsteinlegung den insgesamt acht Millionen Euro teuren Neubau der Stadtwerksgebäude auf dem Gelände des früheren Lehrter E-Werkes (gegenüber dem Lehrter Wasserturm) bezeichnet. Bei gestiegenen Aufgaben sei der Platz für die Mitarbeiter der Stadtwerke, die "Nummer 1" im "Konzern Lehrte" (die eigenständigen, aber im Besitz der Stadt befindlichen städtischen Betriebe) längst nicht mehr ausreichend und der Neubau, der mit dem Erhalt der E-Werk-Fassade zu einer besonderen Eingangsgestaltung der Stadt beitrage, absolut erforderlich.
Sidortschuk, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke, erinnerte an das Wort seines Stellvertreters in dieser Funktion, des Grünen-Fraktionschefs Ronald Schütz, dass dieses neue "Tor" als Energie plus-Haus zugleich ein "Leuchtturm"-Projekt für Lehrte werde - wobei die Stadtwerke die über die Gebäuderversorgung, Heizung und Lüftung kurioserweiser an sich selbst verkaufen würden.
Zuvor aber gibt es noch die Ölschadensanierung unter der Bodenplatte des alten E-Werkes zu bewältigen, wo einst Eingangsbereich, Kundencenter und ein Versammlungs- und Veranstaltungsraum nebst Innenhof entstehen sollen. Für das Verwaltungshaus ist die schadstoffbelastete Erde von der Lehrter Firma A&S Sellmann bereits ausgehoben und steht - nach Kontaminierung "sortiert" schon zur Abfuhr bereit.
Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Eberth betonte, dass es für die Planung und Durchführung eines solchen, nicht gerade kleinen Bauvorhabens, eines leistungsfähigen Architekten bedurfte und begrüßte vom Büro "Mosaik" den Geschäftsführer und Architekten Kay Marlow sowie Jan Uetzmann. Das Büro Mosaik kann in Lehrte schon Referenzen mit dem Bau der Mensa des Gymnasiums vorweisen. Kay Marlow ist zudem mit seinem Wohnsitz in Arpke Lehrter Bürger "und hat somit zu unserer Stadt eine ganz persönliche Verbindung".
Marlow zeigte sich erfreut, dass sich nach anfänglichen Bedenken die Stadtwerke nun doch zu diesem Standort entschlossen haben. Zweifler, die heute die Fassade des E-Werkes noch als Wersternstadtkulisse ansähen, würden ihre reizvolle Integration in das Empfangsgebäude später schätzen lernen, versprach der Architekt: Beim Eintritt in das moderne, helle Gebäude würden so später in ganz besonderer Gestaltung auch Erinnerungen an die Stadt- und Industriegeschichte wach.
Das Grundstück des ehemaligen E-Werkes ist kein einfacher Baugrund. "Auch die Themen Bodenbelastung, Bodenuntersuchung und Bodenmanagement sowie Schallschutz und Erschütterungen mussten wir auf Grund der Vorbelastung des Grundstückes und seiner besonderen Lage zwischen der hochfrequentierten Bahnstrecke und der vielbefahrenen Germaniastraße besonderes Augenmerk legen", berichtete Rainer Eberth.
Das Grundstück des alten E-Werkes gegenüber dem Lehrter Wasserturm hat eine Größe von 10.896 Quadratmetern. Das Büro- und Verwaltungsgebäude hat eine Grundrissfläche von 22,3 x 33,7 Meter. Das sind rund 752 Quadratmeter.
Die nutzbare Bürofläche wird, angefangen vom Keller über ein Erdgeschoss und ein 1. und 2. Obergeschoss rund 2.000 Quadratmeter betragen.
Hinter der Fassade des alten E-Werkes, die erhalten bleibt, wird eine Lagerhalle mit einer Grundfläche von 700 Quadratmeter entstehen.
Bürogebäude und Lagerhalle zusammen mit den umfangreichen Erdbewegungen werden rund acht Millionen Euro kosten.
Bürogebäude und Lagerhalle erhalten auf dem Dach eine Photovoltaikanlage, wodurch die Gebäude zum Plus-Energiehaus werden: Die Gebäude erzeugen mehr Energie als sie selbst durch die Nutzung verbrauchen.
Die Heizung im Winter und die Kühlung im Sommer werden über Erdwärmesonden mit einer Tiefe von rund 100 Meter realisiert. Eine Wärmepumpe bringt die Erdwärme bzw. Erdkälte auf das im Gebäude erforderliche Temperaturninveau. Damit entspricht die Energieversorgung und Klimatisierung dem neuesten technischen Stand.
Die Fertigstellung der Gebäude ist zum Jahresende 2014 geplant
Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Eberth dankte besonders der Stadt Lehrte, welche mit ihren Fachämtern für Stadtplanung, Grünplanung, Bauordnung, Gebäudemanagement und Liegenschaften das Bauvorhsaben sehr engagiert unterstützt und für einen schnellen Genehmigungsablauf gesorgt habe.
Zugleich auch seinen Mitarbeitern Björn Rust und Werner Osterloh, die sich bisher mit großem Engagement neben ihren eigentlichen Aufgaben in die Raum- und Gebäudeplanung mit eingebracht und maßgeblich mit dazu beigetragen hätten, dass bereits jetzt der Grundstein für die neuen Stadtwerksgebäude gelegt werden konnten.
Stadtwerke-Vertriebsmanager Björn Rust ist sich sicher: "Unsere Weihnachtsfeier 2014 werden wir schon hier feiern". Damit das so ist, mussten die rund 100 Gäste der Grundsteinlegung beim Anstehen für die Erbsen- und Gulaschsuppe schon die ersten Arbeitsfahrzeuge weiterer Fachfirmen durchlassen . . .