Stadt plant Grundschule Lehrte-Süd die „Insel“ zu entziehen

Kleingruppenunterricht in der "Insel", die für gleich vier schulische Zwecke während des ganzen (Ganztags-)Schultages genutzt wird. (Foto: SER GS Süd)
 
Ein Rückzugsraum im Sinne des Wortes: Die Sofaecke des von Umwidmung bedrohten "Insel"-Raumes. (Foto: SER GS Süd)

Eltern protestieren: Bildung und Betreuung als Sparmodell?

LEHRTE (r/kl). Die Stadt Lehrte plant zum kommenden Schuljahr der Grundschule Lehrte-Süd einen für den Schulbetrieb wichtigen Raum zu entziehen, um eine Horterweiterung vorzunehmen. Zwar sieht auch der Elternrat der Grundschule dieses Vorhaben positiv, hält den Wegfall des Raumes (die „Insel“), der extra für den Ganztagsbetrieb umgebaut und mittlerweile für die Ganztagsschule, aber auch für die Umsetzung der Inklusion, für das derzeitige Konzept der Eingangsstufe und für zusätzliche Förderangebote zwingend notwendig sei, für einfach nicht möglich.
Die „Insel“ ist eine Kombination zwischen Klassen-, Freizeit- und Ruheraum und bietet somit sowohl förderbedürftigen Kindern, als auch Kindern die nach dem Konzept der Eingangsstufe mit jahrgangsübergreifenden Klassen unterrichtet werden, die Möglichkeit zur Kleingruppenarbeit. In der Mittagszeit wird sie von Kindern mit Ganztagsunterricht als Rückzugs- und Ruhemöglichkeiten genutzt.
„Durch die Umstellung von integrativem zu inklusivem Unterricht wurden und werden verstärkt in der Zukunft Personalmittel für Förderstunden gekürzt. Zusätzlich weisen überdurchschnittlich viele Kinder in der Stadt Lehrte und besonders auch am Standort der Grundschule Lehrte Süd ungünstige Einschulungsbedingungen auf. Um trotz dieser erhöhten Anforderungen aller Beteiligten, insbesondere den Kindern, aber auch den Lehrern gerecht werden zu können, darf nun nicht auch noch das notwendige räumliche Angebot entzogen werden!“ empört sich Dr. Janin Reifenrath, Elternratsvorsitzende der Grundschule Lehrte Süd.
Der Grund für die Umnutzung ist eine geplante Erweiterung des derzeit bestehenden Hortes. Eine Schaffung von zusätzlichen Hortplätzen ist, besonders auch aus Elternsicht, ein sehr wichtiges Vorhaben. Allerdings sollte nach alternativen Raumangeboten gesucht werden. Dr. Andreas Wilkening, Vorsitzender des Fördervereins für Grundschule und Hort, gibt zu bedenken, dass der heutige Raumengpass des Hortes auch eine Folge der Zusammenlegung des Hortes im Jugendzentrum Süd mit dem des Schulparks ist. Er regt an, damalige Entscheidung zu überdenken und eine Erweiterung des Hortes in den angestammten Räumlichkeiten des Hortes im Jugendzentrum vorzunehmen.
Aus dem Kreise der Eltern wurde auch die Frage gestellt, ob sich nicht in der Berthold-Otto Schule, die im Rahmen der Veränderungen durch die Inklusion aufgelöst werden soll, Räumlichkeiten für eine Horterweiterung finden ließen.
Politisch ist die Ausweitung von ganztagsbetrieben in Schulen gewünscht. Nach diesem Konzept sollte den Schülern ein gesonderter Rückzugsraum zustehen, eigentlich sogar einer für jeden Jahrgang. Letzteres war auch bisher an der Grundschule Lehrte-Süd räumlich nicht leistbar. Eine geplante Ausweitung der offenen Ganztagsschule auf die Klassen 1 und 2 ist aus Elternsicht ohne die bisherigen räumlichen Möglichkeiten nicht mehr vorstellbar.
„Im Rahmen der geplanten Umstrukturierung des gesamten Schulzentrums Lehrte Süd sollte es der Stadt Lehrte möglich sein, eine alternative Lösung zu finden mit der dringend notwendige Hortplätze nicht zu Lasten der Kinder in der Grundschule Lehrte-Süd geschaffen werden.“ ist sich Frau Dr. Reifenrath sicher, „ich kann nur hoffen, dass die Stadt Lehrte ihre Pläne diesbezüglich noch einmal überdenkt und mit allen Beteiligten Gespräche mit dem Ziel einer konstruktiven Lösung führt.“