Stadt fordert zusätzliches Lärmgutachten nach Planänderung für MegaHub-Anlage

Auf großes Publikumsinteresse stieß die gemeinsame öffentliche Sitzung des Ortsrates Ahlten und des Bauausschusses, bei der Vertreter der Bahn (rechts an den Tischen) Rede und Antwort zu Auswirkungen der zweiten Planänderung für die MegaHub-Anlage standen. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Die gemeinsame Sitzung von Ortsrat Ahlten und Bauausschuss wirft viele neue Fragen auf

LEHRTE (hdb). Der Bau der MegaHub-Anlage ist längst beschlossene Sache – und soll auch schon bald beginnen. Aber der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Wegen einer jetzt von der Bahn beantragten zweiten Planänderung verlangen Lehrtes Politiker aber eine ergänzende schalltechnische Untersuchung.
Dafür votierten sowohl - in einer gemeinsamen Sitzung - der Ortsrat Ahlten und der Bau- und Verkehrsplanungsausschuss als auch zwei Tage später der letztlich maßgebliche Verwaltungsausschuss. Denn zu groß waren die Zweifel an Aussagen der Planer zu dem Schwerlastverkehr und den Zugmengen tagsüber und nachts westlich – also Richtung Ahlten - und östlich der Umschlaganlage, mit deren Bau in wenigen Wochen begonnen werden soll. Bei der öffentlichen Sitzung der Ratsgremien äußerten auch viele Ahltener Einwohner unter den etwa 200 Zuhörern ihre Zweifel an den Prognosen der Projektplaner. Die Skeptiker befürchten unter anderem wachsenden Lärm, die Wertminderung ihrer Grundstücke, Nachteile durch nächtliche Beleuchtung und verstopfte Straßen durch parkende Lastkraftwagen.
Grundsätzlich allerdings, das mussten sich die Betroffenen von Baudezernent Burkhard Pietsch sagen lassen, ist gegen den seit 2005 rechtsgültig festgestellten Plan nichts mehr zu bewirken. Immerhin hat die Bahn, deren Vertreter nicht immer mit umfassenden und schlüssige Antworten und Datenmaterial auf die Fragen der Bevölkerung glänzten, aber eine weitere Informationsveranstaltung für Anfang März angekündigt. Die Bedenken der Kommunalpolitiker zu der zweiten Planänderung formulierten für den Ortsrat Ahlten Dirk Holsten (SPD) und im Fachausschuss der Grüne Clemens Witkowski. Ahltens Ortsbürgermeister Jürgen Kelich (CDU) brachte die Kernfrage auf den Punkt: „Was uns umtreibt, ist der Schall, der bei uns einschwebt. Den Lärm der Bremsen kennen wir zur Genüge“, fasste er die Sorgen der Anwohner zusammen. Hinsichtlich der Bremsgeräusche stellte die Bahn baldige Verbesserungen durch neuartige Bremstechnik in Aussicht. Einen Anspruch auf zusätzlichen Lärmschutz durch die zweite Planänderung ergibt sich aus Sicht der Projektplaner allerdings nicht.
Dieser Auffassung setzten Ortsrat und Fachausschuss folgenden Beschluss entgegen: „Bei der vorgelegten Planänderung ist … mit Blick auf die berührten Lärmschutzbelange zu untersuchen, inwieweit durch das Vorhaben … Lärmpegelerhöhungen verbunden sind und die maßgeblichen Immissionsrichtwerte überschritten werden“. Außerdem wird „eine ergänzende schalltechnische Untersuchung“ gefordert.