Sportverein LSV Lehrte spendet Flüchtlingen Fitnessgeräte

Drücken, heben, laufen – schwitzen! LSV-Vorsitzender Frank Prüße (Mitte, links) und Bürgermeister Klaus Sidortschuk (Mi., rechts) überzeugten sich davon, wie die Fitnessgeräte in der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge angenommen werden. (Foto: Malteser)

Unterkunfts-Bewohner zu Trainingscoaches ausgebildet

LEHRTE (r/kl) Seit einem Monat verfügt die Kommunale Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in der Everner Straße in Lehrte, die von den Maltesern betrieben wird, über ein kleines Fitnessstudio. Gespendet wurden die Geräte vom Lehrter Sportverein (LSV).Am Mittwoch machten sich Bürgermeister Klaus Sidortschuk und Frank Prüße, der 1. Vorsitzende des LSV, ein eigenes Bild von dem neuen Studio.
Adduktoren, Abduktoren, Bizeps, Trizeps und viele Muskeln mehr lassen sich in der Malteser-KGU nun ganz gezielt trainieren. Dafür hat der LSV den Maltesern einen großen Kraftturm, ein Laufband und Crosstrainer sowie verschiedene Trainingsräder zur Verfügung gestellt.
Von 9.00 bis 21.00 Uhr wartet der abgetrennte Kraftraum auf kräftige Damen und Herren und wird auch gut genutzt, wie Olaf Bartels, Einrichtungsleiter der KGU, berichtet.
Einzige Bedingung: Wer trainieren will, muss eingewiesen sein, um Verletzungen zu vermeiden. LSV-Übungsleiter Wahab Ferguen hat im Juni die ersten Flüchtlinge zu Trainingscoaches ausgebildet, die geben ihr Wissen nun an alle Interessierten weiter.
Die Sportgeräte stammen aus dem alten Trainingsstudio des LSV, das vor wenigen Monaten geschlossen wurde, nachdem der Verein ein größeres Studio übernommen hatte.
„Als Sportverein wissen wir, dass Integration sehr gut über den Sport gelingt“, sagte LSV-Vorsitzender Prüße am Mittwoch. Deshalb habe man den Maltesern die nicht mehr benötigten Trainingsgeräte gerne überlassen.
In den Augen von Bürgermeister Sidortschuk gibt der LSV damit ein weiteres gutes Beispiel für das Engagement von Lehrter Vereinen und auch Unternehmen bei der Integrationsarbeit. „Sie helfen den Flüchtlingen, ihren Tag zu strukturieren und dadurch ein wenig besser Fuß zu fassen in unserer Gesellschaft“, lobte Sidortschuk an Prüße gewandt und verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Helmer GmbH aus Lehrte-Aligse und die hoffmann Dienstleistungen für die werbende Wirtschaft GmbH aus Sehnde-Höver, die wiederholt Teppichböden für die KGU zur Verfügung gestellt haben.
Der neue Fitnessraum ergänzt die schon vorhandenen Gemeinschaftsräume in der Unterkunft. So ist mit Hilfe einiger Flüchtlinge in den vergangenen Wochen unter anderem ein Zimmer für Frauen, ein Spielzimmer für Kinder und ein Raum für Hausaufgabenbetreuung entstanden und bemalt worden.
Die Kommunale Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in der Everner Straße, Lehrte, bietet Platz für 170 Flüchtlinge und ist derzeit mit knapp 130 Personen belegt, darunter etwa zwei Drittel männlich. Ein Drittel sind Kinder und Jugendliche. Die durchschnittliche Verweildauer bis zur Zuteilung einer eigenen Wohnung beträgt ungefähr zwei Monate.
Seit am 3. März die ersten Flüchtlinge kamen, haben insgesamt etwa 350 Personen die KGU durchlaufen. Betrieben wird die Unterkunft gemeinsam von Maltesern und Caritas.