SPD will Lehrte mit 60 Millionen Euro zukunftssicher machen

Bezahlbarer Wohnraum mit Mietpreisbindung im Blick: Die Lehrter SPD-Fraktion bei einer Ortsbesichtigung in der Kernstadt vor dem Neubauprojekt "Quartier 16". insgesamt wollen die Sozialdemokraten in den nächsten sechs Jahren 1.000 neue Wohnungen in Lehrte und seinen Ortsteilen. (Foto: Walter Klinger)
 
Auf jedem zweiten Listenplatz in der Kernstadt kandidiert (inklusive des Spitzenplatzes) eine Frau für die SPD. Mit dazu beigetragen hat auch ein Tandemprojekt "Frauen in die Politik", bei dem Ratsherr Hans-Jürgen Licht (v.l.) ein Ratsjahr lang von Claudia Pietsch begleitet wurde, ebenso wie Angelika Licht dies beim Ratsherrn Bodo Wiechmann tat. Die beiden "Mentees" kandidieren jetzt auf den für den Einzug in den Rat als sicher geltenden Listenplätzen 8 und 7. (Foto: Walter Klinger)
Lehrte: SPD-Bürgerbüro |

Investitionsprogramm über sechs Jahre: Feuerwehr, Schulen, Kitas, 1.000 Wohnungen

LEHRTE (kl). Mit einem Investitionsprogramm von 60 Millionen Euro in den nächsten sechs Jahren der kommenden Wahlperiode will die SPD die Stadt Lehrte zukunftssicher machen.
Als einer der als dringend ausgemachten Bedarfe sollen im Zusammenspiel zwischen eigenen und privatwirtschaftlichen Vorhaben 1.000 neue Wohnungen mit bezahlbaren Mietpreisen in Lehrte entstehen. Mehr als ein Drittel der Investitionssumme wird nach dem Willen der SPD in das Feuerwehrwesen fließen.
Weitere Schwerpunkte sollen - nach einer weiteren Elternbefragung - die Ganztagsgrund- und weiterführenden Schulen sowie weitere Kitas sein. Letztere sollen zu Familienzentren mit Beratungs- und Bildungsangeboten auch für die Eltern aufgewertet werden.
"Wann ist denn der richtige Moment? Wenn nicht jetzt, wann dann?" erläuterte am Mittwoch unter Hinweis auf die anhaltende Niedrigzinsphase vor den Rats- und Ortsbürgermeisterkandidaten seiner Partei der SPD-Fraktionsvorsitzende im Lehrter Stadtrat, Bodo Wiechmann. Im mit Kandidat/innen voll besetzten Lehrter SPD-Parteibüro ergänzte dazu sein Stellvertreter Hans-Jürgen Licht "wir wollen nichts, was nicht für die Zukunftssicherung notwendig ist - und wir schaffen Werte dabei".
Die SPD sieht sich dabei initiativ für Lehrte, ganz im Gegensatz "zu anderen, die nicht hinter der Hecke hervorkommen", sagt Licht und zielt dabei ganz offensichtlich auf die Christdemokraten.
"Wir meinen, dass Lehrte das gut schaffen kann", skizziert Wiechmann das Finanzierungsmodell für die Investitionsoffensive. Jährlich würden von der Stadt 7,7 Millionen an Abschreibungen erwirtschaftet, hinzu kämen Jahre mit Haushaltsüberschüssen, wie es sie auch 2015 trotz einer enormen Rückforderung von Gewerbesteuereinnahmen noch gegeben habe.
Die Einnahmesituation - auch hinsichtlich von Fördermöglichkeiten die von Bund und Land - gestalte sich auch in den Zukunftsannahmen weiterhin positiv, die vorübergehende Haushaltssperre der Stadt ändere daran nichts. Und ganz deutlich bekenne sich die SPD auch zur Aufnahme von Investitionskrediten, für welche der Zeitpunkt günstiger sei denn je: "Wir schaffen damit ja auch Werte", unterstreicht dazu Hans-Jürgen Licht.
Dies gelte besonders auch für den mit veranschlagten 22 Millionen Euro größten Investitionsbereich: darin seien nicht nur die neue Feuerwache mit dem Einstieg in ein künftiges Berufsfeuerwehrmodell, sondern auch Ersatzbeschaffungen von Feuerwehrfahrzeugen enthalten. "Wir investieren in Sicherheit", erläutert dazu Licht.
Mit der erstellung eines entsprechenden Katasters angeschobene Bebauung bestehender Baulücken allein löse den dringenden Bedarf nach neuen, bezahlbaren Wohnungen nicht, bilanziert zum zweiten Investionsschwerpunkt Petra Wegener, die SPD-Spitzenkandidatin für den Wahlbereich I (Lehrte Kernstadt). Die SPD freut sich, dass Lehrte attraktiv und ohne Abwanderungssorgen ist. Den nachfragenden vor allem jungen Familien aber müsse durch neue Bauvorhaben günstiger Wohnraum geboten werden.
In einem Forum "Wohnen" hatte die SPD dazu auch den Rat der kommunalen Lehrter Wohnungsbau und vom Immobilienservice der Volksbank eingeholt. Sie bekennt sich zum kommunalen Bauland, bei dem alle Bauprojekte über 10.000 Quadratmeter von der Stadt entwickelt werden. Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) sehe elf Potenzialflächen für Wohnungsbau vor. Alle Ortsteile bekämen dazu Möglichkeiten zur Eigenentwicklung (Immensen auf Stadtkosten sogar ein eigenes Dorferneuerungsprogramm).
"Dampf machen" (Wiechmann) werde die SPD nun für einen städtebaulichen Architektenwettbewerb zur Entwicklung des Bereiches Tiefestraße mit etwa 160 Wohneuinheiten. Im Flächennutzungsplan sei auch bereits das Baugebiet Lehrte-Südost vorgesehen - mit drei Mal so viel Fläche wie das bereits verwirklichte Baugebiet Köhlerheide.
Neben der Nachnutzung zum Beispiel des ehemaligen Stadtwerkebetriebsgeländes sei auch Wohnungsentwicklung "im Bestand" geplant. 1.000 Wohnungen in gut sechs Jahren seien da keine unrealistische Größe, bilanziert Wiechmann, alles natürlich im Zusammenspiel mit privaten Investoren. Das Quartier 16, Neubauten am Rathaus, in der Burgdorfer und der Grünstraße sowie der Tiefestraße seien ja bereits jetzt im Rohbau oder bezugsfertig.
Der wieder kandidierende Ratsherr Eckhard Bock-Wegener von der Arbeitsgemeinschaft "Qualitätssicherung" für die Lehrter Kita erläuterte die Ergebnisse der Bedarfsplanung in diesem Bereich mit notwendigen Neubauten für Hämelerwald/Sievershausen und in der Kernstadt.
"Junge Eltern erreicht man am besten in der Kita", ergänzte Bock-Wegener zu der erkannten Notwendigkeit, für die Qualitätsentwicklung der frühkindlichen Bildung die Lehrter Kitas zu Familienzentren auszubauen - mit Beratungs- und Bildungsangeboten auch für die Eltern. Vorbilder gäbe es bereits, darunter Modellprojekte des Landes unter anderem in Neustadt/Rübenberge und bereits 3.400 Familienzentren in Nordrheinwestfalen. Die Stadt solle beauftragt werden, ein solches Konzept nun auch für Lehrte zu entwickeln. Vier Millionen Euro Haushaltsmittel will die SPD dafür in der kommenden Wahlperiode zur Verfügung stellen.
Den zweitgrößten Investitionsbedarf im Wahlprogramm der SPD machen mit etwa 20 Millionen Euro die Schulen aus. Als Folge der voran gehenden Betreuung würden Ganztagsgrundschulen mehr nachgefragt. Bei den weiterführenden Schulen bekenne sich die SPD zu den am meisten nachgefragten Schulformen: der Realschule, dem Gymnasium und der im weiteren Aufbau ihrer Oberstufe hervorragend nachgefragten IGS, die in Lehrte bereits fest etabliert sei.
Veränderungen im Schulsystem und Schulangebot hätten jedoch auch zu einem zur Elternbefragung 2013 verändertem Schulwahlverhalten geführt. Erst nach einer aktuellen Elternbefragung lasse sich somit das erforderliche Raumprogramm für die Schulerweiterungen bestimmen, erläuterte Fraktionschef Wiechmann. Für den Schulstandort Hämelerwald sei die SPD dabei in Sachen Schulform ergebnisoffen, ein Schulangebot dort solle aber auf jeden Fall erhalten bleiben.
Wahlkampfziel der SPD für den Stadtrat ist es, wieder die stärkste Fraktion zu stellen. Die harmonische und vertrauensvolle Zusammenarbeit mache die Grünen zum geborenen Partner für die Weiterführung der politischen Mehrheit und gute Ergebnisse für Lehrte.
Nachdem sie sich bereits bei der Wahl vor sechs Jahren etwa zur Hälfte verjüngt hatte, tritt die SPD nun am 11. September 2016 erneut mit allein in der Kernstadt fünf neuen Kandidat/innen für den Stadtrat an. Neue Gesichter gibt es auch auf den Ortsratslisten, darunter Petra Drescher als Kandidation für die Position der Ortsbürgermeisterin in Sievershausen. Besonders zufrieden ist die SPD, in der Kernstadt Frauen auf den Listenplätzen 1, 3, 5, 7 und 9 positioniert zu haben. „Wir sind in jeder Hinsicht gut aufgestellt“, bilanziert Wiechmann, der auch Lehrter Parteichef der SPD ist. Dies bilde auch personell eine gute Basis für die wichtigen Zukunftsaufgaben.