Spannender Geschichtsvortrag mit Prof. Gerd Biegel in Sievershausen

Kurfürst Georg Ludwig von Hannover (1660–1727) bestieg als Georg I. in Personalunion auch den englischen Thron. (Foto: AKH Svhn.)
Lehrte: Antikriegshaus Sievershausen |

Das Erbe der Stuarts – eine Ehekatastrophe und der Thron von England

LEHRTE/SIEVERSHAUSEN (r/kl). Der Arbeitskreis Ortsgeschichte Sievershausen begrüßt am Mittwoch, 7. Mai, ab 19.00 Uhr Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel, Leiter des Instituts für Braunschweigische Regionalgeschichte an der TU Braunschweig, zu seinem zweiten Vortrag im Antikriegshaus Sievershausen, Kirchweg 4A, im Themenjahr "300 Jahre Personalunion - Hannovers Herrscher auf Englands Thron".
Mit dem "Act of Settlement" von 1701, der die ausschließlich protestantische Thronfolge in England bestimmte, stand Kurfürstin Sophie von Hannover, Enkelin von Jakob I. aus dem Hause Stuart, der von 1603 bis 1625 König von England gewesen war, plötzlich nach der Thronfolgerin Anna Stuart als einzige protestantische Nachfahrin der Könige von England und Schottland aus dem Hause Stuart, während gewichtige katholische Thronanwärter übergangen wurden, an zweiter Stelle der englischen Thronfolge.
Als wenige Wochen nach Kurfürstin Sophie von Hannover auch Anne, die letzte Königin aus dem Hause Stuart, verstarb, bestieg nun Sophies Sohn, Georg Ludwig, als Georg I. den Thron Englands.
Die Personalunion war völkerrechtlich keine Verbindung zweier eigenstaatlicher Territorien, sondern bestand ausschließlich in der personalen Identität der Herrscher. Georg Ludwig, am 28. Mai 1660 als Sohn von Herzog Ernst August und Herzogin Sophie in Hannover geboren, heiratete aus dynastischen Gründen seine Celler Cousine Sophie Dorothea (1666 bis 1726), eine Ehe, die aufgrund des Charakters des Welfen katastrophal verlief und deren Zweck einzig die Vereinigung der Fürstentümer Calenberg und Lüneburg war.
Als englischer König wurde der Hannoveraner besonders unbeliebt im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch einer gigantischen Spekulationsblase, die als "Südseeschwindel" in die Geschichtsbücher eingegangen ist und unzählige Anleger, darunter viele Aristokraten, in den Ruin trieb. Dennoch war es eine wirkungsmächtige Regierungszeit sowohl für Englands Stellung in der Weltpolitik als auch für die Zukunft des Kurfürstentums Hannover.