Sonntag Eröffnung der Friedensdekade in Sievershausen

Deckt die Aktivitäten der Organisierten Kriminalität auf, die ihr Heimatland in den Würgegriff nimmt: Die mexikanische Journalistin Ana Lilia Pérez. (Foto: Antikriegshaus Sievershausen)
Lehrte: Antikriegshaus Sievershausen |

Mexikanische Zeugin berichtet über Klammergriff der Kriminalität

LEHRTE/SIEVERSHAUSEN (r/kl). Unter dem Motto „Mutig für Menschenwürde“ eröffnet am Sonntag, 11. November, um 14.30 Uhr die Präsidentin des Antikriegshauses Sievershausen, Superintendentin i.R. Gisela Fähndrich, zusammen mit KonfirmandInnen aus Arpke und Sievershausen in der Martinskirche die ökumenische Friedensdekade.
Im Anschluss daran berichtet ab 16.00 Uhr im Antikriegshaus, Kirchweg 4, die mexikanische Journalistin Ana Lilia Pérez, live übersetzt von Wolfgang Grenz, "Wie die organisierte Kriminalität ein Land zerstört"
Ana Lilia Pérez ist eine der renommiertesten Journalistinnen Mexikos. Sie recherchiert seit Jahren über Korruption in höchsten Regierungskreisen, über illegale Geschäfte staatlicher Unternehmen und deren Verbindungen zur organisierten Kriminalität sowie über Geldwäsche der Drogenkartelle. Sie wurde wiederholt zum Ziel von Verfolgung und Todesdrohungen.
Während der Fokus westlicher Medien auf Drogenkartellen und dem (gescheiterten) Drogenkrieg liegt, hat die organisierte Kriminalität längst neue Geschäftsfelder vom Menschenhandel über Entführung und Erpressung bis zum Ölgeschäft erschlossen. Sie durchdringt zunehmend Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und droht ein ganzes Land zu zerstören.
In ihrem jüngsten Buch deckt Ana Lilia Pérez illegale Geschäfte des staatlichen Mineralölkonzerns PEMEX auf, in die Politiker, Unternehmer und Drogenkartelle verwickelt sind. PEMEX ist einer der zehn größten Ölgesellschaften weltweit. Dieses Thema ist besonders brisant, weil es eine der wichtigsten Einkommensquellen Mexikos behandelt und die Kanäle zur Geldwäsche (über PEMEX-Tankstellen) offenlegt.
Ana Lilia Pérez ist Gast der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte. Sie arbeitet für politische Magazine sowie für Zeitungen. Für ihre Arbeit wurde sie unter anderen von UNICEF, dem Presseclub Mexiko und mit dem Leipziger Medienpreis ausgezeichnet.
Prof. em. Dr. Wolfgang Grenz, ihr Übersetzer, ist ehemaliger Leiter des Instituts für Iberoamerika-Kunde Hamburg.
Die Veranstaltung „Mexiko - Wie die organisierte Kriminalität ein Land zerstört“ findet in Zusammenarbeit mit der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte statt.