Sievershäuser Dorffehde im Zeichen des Klimaschutzes

Beim Klimaschutz ziehen sie an einem Strang, bei der jährlichen Dorffehde dagegen alle Register im Wettbewerb gegeneinander: Die in blauen und roten Farben gekennzeichneten "Kämpfer" des Sievershäuser Nord- und des Süddorfes. (Foto: TSV '03)
 
Viele lustige Geschicklichkeitswettbewerbe entscheiden darüber, welche Dorfhälfte ein Jahr den Kopf hoch tragen kann. (Foto: TSV '03)
Lehrte: Sportplatz am Schmiedeweg Sievershausen |

Himmelfahrt lustige Wettbewerbe in der "Hexenkessel"-Arena

SIEVERSHAUSEN (r/kl). In diesem Jahr kämpfen die Sievershäuser Dorfhälften Norddorf und Süddorf am Himmelfahrtstag (Donnerstag, 25. Mai) nicht nur gegeneinander, in diesem Jahr kämpfen sie auch gemeinsam für den Klimaschutz.
Der TSV 03 Sievershausen hat mit seiner Dorffehde „Norddorf gegen Süddorf“ beim ersten Durchgang des landesweiten Wettbewerbs für Sportvereine „Klima(s)check“ gewonnen und wird dafür mit einer finanziellen Unterstützung in Höhe von 10.000 Euro belohnt. Den ganzen Tag wird es also im Sievershäuser Hexenkessel, der Sportanlage am Schmiedeweg, um das Thema Klimaschutz gehen.
Auch wenn Nord- und Süddörfler beim Klimaschutz an einem Strang ziehen, wenn es um die Ehre geht, ein Jahr die „bessere“ Dorfhälfte zu sein, verstehen die Sievershäuser keinen Spaß. Schon im Vorfeld werden in Lehrtes östlichster Ortschaft blaue und rote T-Shirts getragen, wobei die Farbe Rot für das Norddorf und die Farbe Blau für das Süddorf steht. Keiner möchte, dass man ihn versehentlich der falschen Dorfhälfte zuordnet.
Schon in grauer Vorzeit bestimmten verfeindete Stämme ihre tüchtigsten und kräftigsten Krieger, um in sportlichen Wettkämpfen und Duellen Streitigkeiten beizulegen. „In dieser ehrwürdigen Tradition treffen auch in diesem Jahr wieder die „verfeindeten“ Sievershäuser Dorfhälften aufeinander, um die dörflichen Herrschaftsverhältnisse für das kommende Jahr zu klären“, erläutert Schwieger die Wichtigkeit des Events.
Traditionell beginnt die Dorffehde mit einem Freiluftgottesdienst von Pastorin Hanna Dallmeier im 16-Meterraum des Sportplatzes. „Über 300 Besucher werden hier schon erwartet, denn schon beim Gottesdienst geht es um den ersten Punkt“, erklärt TSV-Vorsitzender Jörg Schwieger. Diesen erhält nämlich die Dorfhälfte mit den meisten Teilnehmern. Die Pastorin hofft, mit dem gemeinsamen Thema „Klimaschutz“ beide Dorfhälften friedlich aufeinander einstimmen zu können. Danach beginnen die Fußballspiele und Spiele ohne Grenzen.
Ab 11.00 Uhr spielen Kinder, Jugendliche und Erwachsene Fußball gegeneinander. Natürlich sind hier auch Nichtfußballer herzlich willkommen. Ab etwa 13.00 Uhr heißt es dann „Start frei" für das Spiel ohne Grenzen. Die Organisatoren lassen sich jedes Jahr tolle und lustige Spiele einfallen, bei denen die Zuschauer ihren Spaß haben und die Lachmuskeln strapaziert werden.
In diesem Jahr werden die Spiele mit Informationen um die Themen Energie einsparen, Ressourcen schonen und Abfall vermeiden verbunden. Was gespielt wird, bleibt bis zum Spielbeginn ein Geheimnis. Nur das es lustig wird – und in diesem Jahr auch informativ -, das weiß inzwischen jeder Besucher der bekannten Dorffehde.
Gegen 17.00 Uhr wird dann die wichtigste Frage des Jahres beantwortet sein: Wird der Bürgermeister aus dem Norden oder den Süden die Ehrentafel unter dem Jubel seiner Dorfbewohner in die Höhe recken?
Zurzeit steht es sieben zu sechs für den Süden. Gleichzeitig wird die Ehrung des TSV 03 Sievershausen als Sieger des Wettbewerbs „Klima(s)check“ vorgenommen. Hierzu werden Reinhard Rawe, Vorstandsvorsitzender des LandesSportBundes Niedersachsen und Lothar Nolte, Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen GmbH den Sievershäuser Sportverein beglückwünschen.
Die nicht ganz ernst gemeinte Dorffehde bringt Spaß für die ganze Familie. So gibt es auf dem Sportplatz weitere Aktionen. Eine große Hüpfburg, Spielzeug aus dem Spielmobil, ein Umweltclown, Walk acts und Mitmachaktionen einer Kinderklimaschutzberaterin stehen für die kleinen Akteure bereit.
Für ausreichend Essen und Trinken auch mit einer großen Kaffeetafel ist selbstverständlich gesorgt, damit sich Zuschauer und Athleten ausreichend stärken können. „Natürlich versuchen wir mit den verschiedensten Maßnahmen den anfallenden Müll erheblich zu reduzieren“, freut sich der TSV-Vorsitzende über einen weiteren positiven Nebeneffekt des Wettbewerbs.
Nach geschlagener Fehde findet anschließend die Aussöhnung in der „Dritten Halbzeit“ mit der Gewissheit statt, viele Teilnehmer und Besucher für den Klimaschutz sensibilisiert zu haben.