Selbst ein Regenschirm kann bei der Selbstverteidigung nützlich sein . . .

Selbstverteidigung mit dem Regenschirm: Die Kursusteilnehmer lernen praktikable Selbstverteidigungstechniken. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Regionssportbund vermittelt Senioren bei einem Pilotprojekt Grundlagen

SEHNDE/REGION HANNOVER (hdb). Theoretisches Wissen und praktische Tipps haben zwei Justizbeamte der Sehnder Haftanstalt 15 Seniorinnen und Senioren in einem zweitägigen Lehrgang vermittelt. Mit dem Angebot hat der Regionssportbund erfolgreich ein Pilotprojekt gestartet.
Verhaltenstipps für mehr Sicherheit im Alltag, einfache und praktikable Selbstverteidigungstechniken oder rechtliche Grundlagen für Notwehr und Nothilfe: Die Justizvollzugsbeamten Sascha Kantereit und Oliver Lucks haben (fast) täglich mit diesen Themen zu tun. Denn die beiden, die im Sommer 2012 beim Regionssportbund ihre Übungsleiterlizenz für den Breitensport erworben haben, sind in der Sehnder Haftanstalt für die Aus- und Fortbildung des Aufsichtspersonals verantwortlich. Ihr theoretisches Wissen und ihre praktischen Fähigkeiten haben sie jetzt an 15 Teilnehmer des ersten Kurses „Sicherheitstipps für den Alltag und Selbstverteidigung für Seniorinnen und Senioren“ an 15 Teilnehmer weitergegeben.
Älteste Teilnehmerin war die 69-jährige Reinhild Bielinski aus Burgdorf. Sie wirkt ehrenamtlich im Kirchenvorstand der Paulus-Gemeinde mit und ist noch als Übungsleiterin bei der Gymnastik-Sparte der TSV Burgdorf aktiv. „Da komme ich schon mal öfter spät oder bei Dunkelheit nach Hause“, beschreibt die Seniorin ihre Motivation, noch etwas über Selbstverteidigung zu lernen. Wie sie in einer Gefahrensituation reagieren solle, wie sie sich - und sei es mit einem Regenschirm - wirkungsvoll schützen könne: Das habe sie in den immerhin zehn Übungsstunden gelernt.
Und: Sie besitze ein Pfefferspray, habe aber bisher die richtige Anwendung nicht beherrscht. Auch dieses Manko sei nun behoben, zieht Bielinski ein rundum positivres Fazit. Dorit Sick aus Isernhagen hat bisher noch keine bedrohliche Situation erlebt. Sie habe reine Neugierde zur präventiven Kursusteilnahme veranlasst und die Aussicht auf praktische Tipps, „wenn es doch mal nötig ist“. Hinweise zu Abwehrstrategien und zur Deeskalation seien „sehr lehr- und hilfreich“ gewesen.
Über das Teilnehmerlob können sich Sascha Kantereit und Oliver Lucks freuen. Sie hatten auf Anregung des Regionssportbundes ein Konzept ausgearbeitet, dass der Dachorganisation von rund 675 Vereinen mit etwa 180.000 Mitgliedern schließlich so gut gefiel, dass es in den Trainingsräumen von Aiko Dojo Sehnde am Borsigring in einem Wochenendlehrgang aus der Taufe gehoben wurde.