Schüler/innen aus Kolumbien waren zu Besuch in Lehrte

Die Schüler/innen aus Kolumbien besuchten das Rathaus in Lehrte und kamen mit Klaus Sidortschuk, Lehrtes Bürgermeister ins Gespräch. v.l. Liliana, Dayana, Andrea, Jhon und Carlos (sitzend). (Foto: Dana Noll)

Ein Beitrag von Dana Noll - Abwechslungsreiches Programm für die Mädchen und Jungen aus Altamira

LEHRTE (dno). Vom 28. April 2016 bis zum 9. Mai 2016 waren drei Mädchen und zwei Jungen im Alter von 15 und 17 Jahren aus Kolumbien zu Besuch in Lehrte. Begleitet wurden sie von einer Lehrerin sowie zwei Schwestern des Ordens Madre. Ermöglicht wurde dieser Besuch von der Aktion Kolumbienhilfe e.V., die sich schon seit 40 Jahren für die Provinz Cauca engagiert.
„Hier ist alles so sauber und organisiert“, so der erste Eindruck des 15-jährigen Schülers Carlos Guetico. Gemeinsam mit Liliana Guetio, Leidy Dayana Mancilla Ararat, Yoly Andrea Medina Guetio und Jhon Jailer Caviche Rivera wurde er zu einem Schüleraustausch eingeladen. Für den Besuch mussten sie sich „qualifizieren“ und wurden aus über 280 Schüler/innen ausgewählt! Schwester Aleyda de Jesus Riquett Fontalvo, Leiterin der Provinzzentrale des Ordens Madre Laura in Popayán, Schwester Gladys Taipe Cancho, Schwester des Ordens Madre Laura und Schulleiterin in Altamira sowie Clara Mercedes Botero Ortiz, Lehrerin in Altamira begleiteten die Jugendlichen. Die Unterbringung erfolgte in Familien. Die Idee zu diesem Projekt entstand 2014 bei einem Besuch in Altamira, bei dem ein persönlicher Kontakt zu Schülern, Lehrern und den verantwortlichen Ordensschwestern entstand.
„Wir haben ein abwechslungsreiches und vielfältiges Programm geboten“, so Christoph Behrensdorf, Vorstand Aktion Kolumbienhilfe e.V. So wurde beispielsweise das Volkswagenwerk in Wolfsburg besucht, in Hannover gab es eine Stadtführung, der Dom in Hildesheim wurde besichtigt, ein bunter Abend mit Südamerikaner/innen in Lehrte und Hannover veranstaltet und - auf dem Bürgermeisterstuhl in Lehrte gesessen!
„Ich freue mich, dass es gelungen ist, eine junge Gruppe aus Kolumbien einzuladen“, so Klaus Sidortschuk, Lehrtes Bürgermeister, beim Empfang der Jugendgruppe im Rathaus. Hier gab es einen regen Austausch über das Schulsystem in unseren Ländern, die Lebensumstände der Familien aber auch die Zukunftsgedanken der Schüler/innen.
„Ich möchte Betriebswirtschaft studieren oder Medizin“, so die 17-jährige Dayana. Auch die anderen Schüler/innen haben den Wunsch „zu studieren, um die bestehende Situation in ihrem Land zu verbessern“. Denn in die Schule gehen zu können, ist in vielen Bergdörfern nicht selbstverständlich, für Mädchen oft noch schwieriger.
Die gemeinnützige „Aktion Kolumbienhilfe e.V.“ in Lehrte fördert seit nunmehr 40 Jahren Projekte zur Hilfe für Menschen, insbesondere für die indigene Bevölkerung in der Provinz Cauca in Kolumbien, in Zusammenarbeit mit den Schwestern des Ordens „Madre Laura“ in Popayán. Durch den Bau von drei Brücken auf dem Weg zum Bergdorf Altamira mit einer befahrbaren Straße konnte sich Altamira erheblich weiterentwickeln und blühte sichtlich auf. Auch die Schule wurde erweitert , so dass dort mittlerweile alle Jahrgänge bis zum kolumbianischen „Abitur“ geführt werden.