Schranke in Aligse ist täglich neun Stunden unten

Rund um die Uhr dokumentierten am Mittwoch und Donnerstag Udo Rösler vom Infrastrukturforum StARK aus einem Unterstand heraus per Stoppuhr die Schließzeiten der Schranken und auch die Zahl der Zugdurchfahrten am Bahnhof Aligse. (Foto: Walter Klinger)

Forum "StARK" zählt 218 Zugdurchfahrten am Bahnhof

ALIGSE/STEINWEDEL (r/kl). Am Mittwoch von 6.21 Uhr (erste Messung) bis zum Donnerstag, 6.19 Uhr (letzte Messung) haben Mitglieder und Helfer des örtlichen Infrastrukturforums StARK (Steinwedel, Aligse, Röddensen, Kolshorn) durch 24 Stunden die Schrankenschließzeiten am Bahnhof Aligse dokumentiert.
In diesem Zeitraum haben 218 Züge (75 S-Bahnen und 143 Güterzüge, Dieselloks, ein IC, zwei ICEs und andere Züge die Schranke passiert.
Einmal schloss sich die Schranke für 45 Sekunden, ohne dass ein Zug kam. Die Schranke war insgesamt neun Stunden, zwei Minuten und 38 Sekunden geschlossen. Die längste Schließzeit betrug 9,34 Minuten (12.31 Uhr - 12.41 Uhr) und die kürzeste war 30 Sekunden. Die längste Öffnungszeit war 32.49 Minuten (am Donnerstag von 1.19 bis 1.52 Uhr) die kürzeste Öffnungszeit betrug acht Sekunden (21.30 Uhr).
Wie bereits von den StARK-Aktiven angenommen, beträgt die Schrankenschließzeit bei Güterzügen aus Richtung Lehrte im Durchschnitt 175 Prozent der Zeit von Güterzügen aus Richtung Celle.
Im Detail: 43 einzelne Güterzüge aus Richtung Lehrte verursachten je eine durchschnittliche Schließzeit von 3,46 Minuten, während die Schließzeit bei Güterzügen auch Richtung Celle „nur“ 2,09 Minuten beträgt.
Dazu Udo Rösler vom Forum StARK: "Mit diesen Ergebnissen ist unsere StARKe Gemeinschaftsaktion ein voller Erfolg. Die bisher nur berechnete tägliche Gesamtschließzeit von mehr als neub Stunden können wir nun mit Daten belegen.
Ebenso zeigen die gezählten 218 Züge, dass die offiziell von der DB AG genannten 200 Züge, die täglich zwischen Lehrte und Celle fahren, nun zum zweiten Mal (im Oktober 2016 in Otze gezählte 215 Züge) nachgewiesen übertroffen worden ist und damit vielleicht auch die offiziellen Zahlen an die Ist-Situation angepasst werden sollten.
Mit diesen Fakten als Basis werden wir gemeinsam mit den Ortsräten aus StARK und der Stadt Lehrte erneut auf die DB AG zugehen und prüfen zu lassen ob sich die viel längeren Schrankenschließzeiten bei Zügen aus Richtung Lehrte nicht unter Berücksichtigung aller Sicherheitsvorgaben doch durch technische Maßnahmen verkürzen lassen.
Aus unserer Sicht ist der Hinweis der DB AG auf 'andere Strecken mit noch weitaus höheren Zugzahlen und damit längeren Schließzeiten', wie im Schreiben der DB AG vom 27. März vorgebracht, nicht akzeptabel.
Wir sind bereit unseren Beitrag zu einer sinnvollen Infrastruktur zu leisten. Eine Erhöhung des Güterverkehrs auf der Schiene darf aber nicht nur zu unseren Lasten gehen.
Deshalb werden wir auf zu diesem Thema unsere Bundes- und Landtagspolitiker auffordern, sich intensiv für einen separaten Planungsauftrag des Bundeverkehrsministeriums zur Umsetzung der Bedingungen des Abschlussdokument für alle Teile des Alpha-E einzusetzen. Hier muß endlich der gesetzliche Rahmen sichtbar werden.
Kurz nach der Gründung des Infrastrukturforum StARK im Frühjahr 2016 haben wir 589 Unterschriften gesammelt um die an Alpha-E geknüpften Forderungen der Stadt Lehrte zu unterstützen," so Udo Rösler.


Stadt und StARK auf einer Linie

Zählung untermauert Forderungen an die Bahn

LEHRTE/ALIGSE (r/kl). Bereits mit einer Unterschriftensammlung hat das Indrastrukturforum StARK die Forderungen der Stadt Lehrte zur ALPHA E-Variante des Schienenetzausbaues für die Güterverkehre von den neu (aus)gebauten Häfen ins Binnenland unterstützt.
Das Forum StARK hat die Forderungen der Stadt nachstehend noch einmal aufgelistet:
1. Einen bestmöglichen Schutz („Vollschutz“) gegen Bahnlärm entlang der Trasse Burgdorf – Aligse - Lehrte sowie entlang der Trasse Lehrte – Ahlten wegen des zu erwarteten Verkehrszuwachses (Prognose 2030 und Alpha-Variante).
Nach aktueller Rechtslage sind im Rahmen der Lärmvorsorge dort, wo Menschen wohnen, die Emissionsgrenzwerte von 59/49 dB(A) tags/nachts, an Krankenhäusern, Kurheimen, Altenheimen, Schulen und Kindertagesstätten 57/47 dB(A) tags/nachts durch aktiven Schallschutz ohne zusätzlich passive Schallschutzmaßnahmen einzuhalten
2. Einen schnellstmöglichen Ersatz des Bahnübergangs Aligse durch einen behindertengerechten Tunnel oder eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer, um eine ständige Verkehrsverbindung insbesondere zu den örtlichen Schul- und Sportanlagen sicher zu stellen.
3. Wegen der örtlichen Gegebenheiten muss für Kraftfahrzeuge eine weitere Querungsmöglichkeit ortsnah gesucht werden (auch für Röddensen).
4. Die Kosten für die vorstehenden Maßnahmen sind vollständig vom Bund zu übernehmen, da der Ausbau des Schienenverkehrs ausschließlich überregionalen und nicht kommunalen Interessen dient.
5. die Planungen zu überarbeiten um alle Grenzwerte der 16. Immissionsschutz- verordnung auch an den Strecken einzuhalten, die nicht baulich verändert, sondern nur intensiver genutzt werden sollen
6. auf Strecken, auf denen die Grenzwerte bereits jetzt überschritten werden, sind alle nötigen Maßnahmen umzusetzen um das aktuellen Lärmniveau nicht noch weiter zu erhöhen!
7. die Lärmschutzziele des Koalitionsvertrages CDU/SPD 2013 umzusetzen, also anstatt der Verdopplung des Lärms die versprochene „Halbierung des Schienenlärms bis 2020“ auch in unserem Ort zu realisieren.
8. Keine Nahverkehrsverbindungen zu streichen oder zu verschlechtern
9. Gesundheit und das Wohl der Anwohner über alle anderen Interessen zu stellen.
10. dass die im Abschlussdokument des Dialogs Schienennetz Niedersachsen formulierten Bedingungen auch für sämtliche Trassenbereiche, die nicht von den Ausbau-Maßnahmen betroffen sind, die aber aufgrund von Baumaßnahmen an anderen Trassenbereichen mit deutlichen Verkehrszunahmen im Vergleich zu 2010 zu rechnen haben, erfüllt werden.