Rund 600 Besucher (er)steigen die 127 Wasserturm-Stufen

Schau-ins-Land: In rund 28 Metern Höhe bietet sich vom Wasserturm aus ein großartiger Rundblick über Lehrte und die Umgebung, darunter auch auf die farblich korrespondierende Fassade des in den Stadtwerke-Neubau einbezogenen alten Elektrizitätswerkes. (Foto: Susanna Veenhuis)

Ein Beitrag von Susanna Veenhuis - Reges Interesse an den Angeboten zum 27. Regionsentdeckertag

LEHRTE (sv). Rund 600 Interessierte erklommen beim "27. Regionsentdeckertag" die 127 Stufen zur dritten Etage des Lehrter Wasserturms. Aber auch die anderen Angebote wie Boule zu Füßen des Turms und die Besichtigung des Stellwerks "Lpf" kamen bei den „Entdeckern“ jeden Alters gut an.
Zwar lautete die Wettervorhersage für den Sonntag „Regenschauer“, aber bis auf einen grauen, aber trockenen Sonntagvormittag wurden die Ausflügler äußerst angenehm enttäuscht, als später die Sonne durch die Wolken brach und allen noch einen schönen Spätsommer-Sonntag Nachmittag bescherte.
Da hatten die Boule-Spieler vom Deutsch-französischen Club schon einige Spiele hinter sich. Annemarie und Wolfgang Jahns sowie Monika und Robert Lagabbe und ihre Club-Mitstreiter konnten im Neuen Stadtpark an der Fontäne rund 20 Gäste begrüßen, die den französischen Nationalsport einmal ausprobieren wollten – ungeachtet der Zaungäste, die sich nicht an die Kugeln trauten.
Garantiert nicht in Schweiß, aber ganz schön aus der Puste gerieten diejenigen, die sich hinter den mindestens 50 Zentimeter dicken Mauern im Inneren des Wasserturms auf den Weg nach ganz oben gemacht hatten. 127 Stufen und gut 26 Höhenmeter galt es zu bezwingen, und dann war man gerade einmal in der dritten Etage. Dies war für die Besucher auch die höchste Ebene, denn darüber war nur noch der 250 Kubikmeter Wasser fassende Behälter – allerdings seit 2004 nicht mehr in Betrieb und damit auch leer.
„Meine Stimme wird immer tiefer“, sagte Lutz Marchlewski, der dort oben von 10.00 Uhr an ununterbrochen die Fragen der Besucher beantwortete. Wie hoch ist der Turm, wieviel Wasser fasst der Tank – das waren die am häufigsten gestellten Fragen. Einige Besucher wollten auch wissen, wozu man überhaupt Wassertürme brauchte, berichtete Marchlewskis Kollege Felix Hoffmeister, der am unteren Turmende die Besucher willkommen hieß.
„Damit Yannis morgen im Kindergarten etwas zu erzählen hat“, hat sich auch Felix Heck mit seinem vierjährigen Sohn auf den Weg in die Wasserturm-Kuppel gemacht. „Einmal ist es das Interesse an der Technik, und außerdem muss man sich klarmachen, dass es längst nicht für alle Menschen selbstverständlich ist, Zugang zu sauberem Wasser zu haben“, sagte Heck.
Neben technischen Daten hing an einem Informationsbrett auch eine Tabelle über den jährlichen Wasserverlust durch verschieden Große Leckstellen aus. „Ob die Toilettenspülung verlustfrei funktioniert, lässt sich ganz einfach feststellen, indem man die Schüssel mit Kaffee- oder Kakaopulver bestäubt. Wenn sich ein Rinnsal bildet, ist dort etwas undicht, und es gehen viele Liter Wasser für viel Geld verloren“, verriet Marchlewski einen Trick.