Rund 100 Millionen Euro für den MegaHub in Lehrte

Vereinfacht den Produktionsprozess beim Güterumschlag auf und von der Bahn: Die in Lehrte geplante MegaHub-Anlage. (Foto: BG MegaHub Lehrte)

Finanzierung steht für innovativen Schiene-Schiene-Umschlagterminal

LEHRTE/BERLIN (r/kl). Mit der Unterzeichnung der Finanzierungsvereinbarung für den MegaHub Lehrte haben, wie bereits kurz berichtet, das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und die DB Netz AG den Startschuss für dieses innovative Projekt gegeben. Insgesamt rund 100 Millionen Euro investieren die Vertragspartner in den nächsten Jahren in die Erweiterung der Gleisanlagen, drei neue Umschlagkräne sowie moderne Technik. Mit bauvorbereitenden Arbeiten soll noch in diesem Jahr begonnen werden.
Anlässlich der Unterzeichnung der Finanzierungsvereinbarung für den Neubau des Umschlagbahnhofs Lehrte zwischen Bund und Bahn erklärte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer: „Der Kombinierte Verkehr ist unverzichtbar, um weitere Transporte auf Schiene und Wasserstraße zu verlagern. Daher wollen wir seine Attraktivität weiter steigern. Hier übernimmt der Neubau des Umschlagbahnhofs Lehrte mit seiner innovativen Technologie und modernster Umschlagtechnik eine richtungweisende Pilotfunktion.“
„Mit der Realisierung des MegaHub Lehrte steht unseren Güterverkehrskunden künftig eine leistungsfähige Infrastruktur zur Verfügung, die neben dem Umschlag zwischen Straße und Schiene zusätzlich auch einen effizienten Umschlag von der Schiene auf die Schiene ermöglicht“, so Oliver Kraft, Vorstandsvorsitzender der DB Netz AG.
„Insbesondere mit Blick auf die prognostizierten Zuwächse der Güterverkehrsströme aus den Häfen werden wir in Lehrte die erforderlichen Kapazitäten schaffen, um die Hinterlandverkehre optimal aufzunehmen. Damit stärken wir nicht nur die Wirtschaft in Niedersachsen sondern den gesamten Standort Deutschland.“
Lehrte bietet mit seiner zentralen Lage eine direkte Schienenanbindung an das gesamte Netz in alle Richtungen, so beispielsweise über Celle Richtung Norden, über Wolfsburg sowie Braunschweig Richtung Osten, über Hildesheim Richtung Süden und über Hannover weiter Richtung Westen. Gleichzeitig besteht eine direkte Straßenanbindung an die Bundesautobahnen A2 und A7 und damit an das überregionale Straßennetz.
Der MegaHub Lehrte entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft zum bereits bestehenden Güterverkehrszentrum Lehrte. Schwerpunkte des Projektes sind der Bau von sechs Umschlaggleisen mit jeweils rund 700 Meter Länge, die Errichtung von drei Portalkränen sowie die Erneuerung der Leit- und Sicherungstechnik. Darüber hinaus entsteht eine innovative Sortieranlage. Ende 2015 soll der Probebetrieb aufgenommen werden und bis Ende 2016 sollen die Baumaßnahmen abgeschlossen sein.
Die Betreibergesellschaft rechnet mit etwa 100 Lkw mehr am Tag, für die ein Anschluss zur Autobahn 2 gebaut werden soll. Stadtverwaltung und Kommunalpolitiker drängen dennoch auf einen Ausbau der Kreistraße zwischen Lehrte und Ahlten, weil sie stärke Verkehre von der B 65 zur Westtangente befürchten.