Rund 100 begeisterte Gäste beim 33. Neujahrsempfang in Ahlten

Gut 100 Bürger/innen verfolgten im Landhaus Behre die Präsentation der Geschehnisse in ihrem Wohnort aus dem vergangenen Jahr. (Foto: Susanna Veenhuis)
 
Ortsbürgermeister Jürgen Kelich ließ anhand von Bildern das vergangene Jahr in Ahlten noch einmal Revue passieren – rückblickend konnten Bürger und Politik nicht über Langeweile klagen. (Foto: Susanna Veenhuis)

Ein Beitag von Susanna Veenhuis - Landvolk-Vorsitzender: Lieber vielseitige Landwirtschaft statt riesiger Monokulturen

LEHRTE-AHLTEN (sv). Zum 33. Ahltener Neujahrsempfang konnte Bürgermeister Jürgen Kelich (CDU) wieder an die 100 Gäste begrüßen. Zusammen mit ihnen unternahm Kelich via Power Point-Präsentation einen Spaziergang durch das vergangene Jahr 2014, das aber für Bürger, Politik und Verwaltung alles andere als ein "Spaziergang" war. Auch über den Strukturwandel in der Landwirtschaft und dessen Auswirkungen auf Ahlten erfuhren die Besucher Interessantes vom Landvolk-Vorsitzenden Heinrich Prüße und von Landwirt Dirk Claus.
„Wir wollten von den Lehrtern mal was Gutes übernehmen!“ Augenzwinkernd in Richtung des Lehrter Bürgermeisters Klaus Sidortschuk, der die Grüße von Rat und Verwaltung überbrachte, erklärte der damalige Ortsbürgermeister und heutige Ehrenbürgermeister Kurt Grefe das Zustandekommen des Neujahrsempfangs, den Ahlten erstmals 1983 ausrichtete.
Seit drei Jahren fungiert der Landvolk-Verband als Gastgeber für den Empfang im Landhaus Behre. Der Landvolk-Vorsitzende Heinrich Prüße klärte über die Zusammenhänge der Ahltener Landwirtschaft mit dem weltweiten Getreidehandel auf.
„Deutschland ist ein vielseitiges Land, und wenn wir mit den riesigen Monokulturen in anderen Ländern konkurrieren wollen, dann kostet das auch etwas“, sagte er unter dem Beifall der Zuhörer. 35 Schweine und 25 Pferde bilden den derzeitigen Nutztierbestand, berichtete Dirk Claus. Noch sechs landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe gebe es in Ahlten.
Kelich startete seinen Rückblick mit der Versorgung der Ältesten: Schon vor einem Jahr meldete das neue Seniorenheim kurz nach Fertigstellung, dass ein Drittel der Plätze belegt seien; im August war es schon zu 80 Prozent ausgelastet. Auch ist in Ahlten die dritte Kindertagesstätte eingeweiht worden, zudem habe die Grundschule nach einem abschlägigen Bescheid von der Schulbehörde doch noch das Plazet für den Ganztagsbetrieb erhalten, und der Schulbetrieb musste innerhalb kürzester Zeit umgestellt worden.
Neben der Übernahme des e.on-Betriebsgeländes durch Tennet, den Planungen für die Südlink-Stromtrasse und der Erweiterung der Mergelgrube mussten sich die Ahltener auch wieder mehrfach mit dem leidigen Langzeit-Thema Megahub auseinandersetzen, für das jetzt eine weitere Änderung des Planfeststellungsverfahrens ansteht.
Auch unter Vandalismus hatte das zweitgrößte Dorf Lehrtes zu leiden: Allein fünf Ortsschilder wurden gestohlen, der Fahrscheinautomat gesprengt und mehrfach große Mengen Müll illegal in der Landschaft abgekippt.
Aber auch Erfreuliches gab es zu berichten: Dem täglichen Verkehrsstau auf der B 65 wird hoffentlich der Ausbau auf vier Spuren abhelfen, sagte Kelich. Auch gab es reichlich Anlässe zum Feiern wie beispielsweise 40 Jahre Kita Maschwiesen, die Einweihung des "Platzes der Generationen", 125 Jahre Feuerwehr, den "Abend der Kulturen" in der Martinsgemeinde, den Motorrad- oder den Bauernhofgottesdienst und natürlich das 60. Schützenfest nach Wiedergründung, bei dem die rührigen "Ahltener Musikanten" erstmals zusammen mit dem Flötenorchester "Rhythm & Flutes" spielten.
Ob es auch in diesem Jahr wieder den beliebten Weihnachtsmarkt geben wird, steht allerdings in den Sternen. Nach 16 Jahren wollen die Mitglieder der TSG Ahlten die Organisation gerne abgeben, ein Nachfolger hat sich bislang nicht gefunden.

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Foto: Susanna Veenhuis

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Der Landvolk-Vorsitzende Heinrich Prüße, dessen Verband seit drei Jahren den Neujahrsempfang ausrichtet, berichtete über den Strukturwandel der Landwirtschaft. Foto: Susanna Veenhuis

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Foto: Susanna Veenhuis

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Gut gelaunt überbrachte der Lehrter Bürgermeister Klaus Sidortschuk die Grüße zum Jahresbeginn von Rat und Verwaltung. Foto: Susanna Veenhuis