Rubrik "Glaubenssache" im MARKTSPIEGEL:

Steffen Lahmann ist Gemeindepastor der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Hänigsen-Obershagen. (Foto: Kirchenkreis Burgdorf)

"Gott darf hinein in das, was uns umtreibt . . ."

Von Pastor Steffen Lahmann,
Hänigsen-Obershagen

Viele Menschen tun es: Ältere und jüngere. Frauen und Männer in der Mitte des Lebens. Schüler vor der Klassenarbeit. Patienten vor einer Operation und Familien vor dem Essen.
Manche reservieren sich dafür eine bestimmte Zeit am Tag. Dieser reckt dazu die Arme zum Himmel, und jener fällt sogar auf die Knie, wieder andere falten die Hände. Konfirmanden meinen, es geht auch, wenn man die Hände in den Hosentaschen lässt.
Der eine findet eigene Formulierungen, eine andere borgt sich dafür die Worte der Psalmen oder des Vater unser. Viele Menschen tun es.
Viele Menschen beten. Ich auch. Sonntags vor dem Altar und bei Beerdigungen, Taufen und Trauungen. Auch zwischendurch. Gerne in der Kirche oder auf Spaziergängen.
„Wir liegen vor dir mit unserem Gebet und vertrauen nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit“, heißt es im Buch Daniel. Beten ist mehr als Reden mit Gott.
Beten ist Ausdruck des Vertrauens, von Gott gehalten und getragen zu sein. Er ist da. Er hört zu.
Vielleicht verändert das Gebet nicht immer die Situation um uns herum, aber es hat Kraft, den Betenden zu verändern. Ängste, Sorgen, Hoffnungen dürfen ausgesprochen werden. Gott darf hinein in das, was uns umtreibt.
Viele Menschen beten und machen gute Erfahrungen damit. Sie gehen weiter. Sie machen weiter, aber anders als zuvor. Sie schöpfen neue Kraft und neuen Mut und erfahren, was das heißt: Gottes Barmherzigkeit.