Projekt Alphabetisierungskurse an Lehrter Schulen gestartet

Der Vorsitzende des SV Yurdumspor Lehrte, Yetiş Özdemir (3.v.l.), und die Schulleiter Judith Seehausen (v.l., Berthold-Otto-Schule), Bernhard Mellentin (IGS), Markus Böhm (Realschule), Burkhard Kappe (Hauptschule) und Silke Brandes (Gymnasium) unterzeichneten den Kooperationsvertrag. (Foto: Dana Noll)

Ein Beitrag von Dana Noll - Kooperation zwischen SV Yurdumspor und Sprachlern-Netzwerk

LEHRTE (dno). Alphabetisierung, der Prozess zur Vermittlung der Lese- und Schreibfähigkeit, steht im Fokus des Sprachlern-Netzwerkes Lehrter Schulen (SLK). Im Rahmen eines Kooperationsvertrages zwischen dem SLK-Netzwerk und dem Sportverein Yurdumspor Lehrte, ist jetzt auch das Projekt „Alphabetisierungskurs für geflüchtete Kinder an den weiterführenden Lehrter Schulen“ gestartet.
Das Alphabetisierungsprojekt ist niedersachsenweit einzigartig. Ziel der Kooperation ist es, Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache, die nur teilweise oder nicht alphabetisiert sind, keine oder nur eine geringe Schulerfahrung haben, die Grundlagen der deutschen Schriftsprache in Kleingruppen zu vermitteln. Die Real- und Hauptschule, das Gymnasium, die IGS sowie die Bertold-Otto-Schule nehmen an dem Projekt teil.
Drei Lehramtsstudentinnen der Universität Hildesheim betreuen jeweils eine Gruppe von bis zu 16 Schüler/innen. Die 10- bis 16-jährigen Kinder werden in 25 Wochenstunden in den Räumlichkeiten der Berthold-Otto-Schule und auch im Jugendzentrum Lehrte-Süd unterrichtet.
Die Fähigkeit, die deutsche Sprache zu beherrschen, ist nicht nur die Voraussetzung, um an weiteren Sprachförderangeboten der Schulen erfolgreich teilnehmen zu können, sondern bildet auch einen wichtigen Beitrag für die ganzheitlichen und individuellen Bildungskarrieren.
„Das SLK-Netzwerk hat enorme Arbeit geleistet und die Aufgaben sind sehr komplex und eine große Herausforderung. Oft sind die Schüler/innen nicht mal in ihrer Muttersprache alphabetisiert“, so Bernhard Mellentin, Schulleiter IGS. Auch werden die neuen Schülerinnen und Schüler an das System Schule, die Struktur von Unterricht und die Einhaltung von verbindlichen Regeln herangeführt.
Der SV Yurdumspor finanziert das Projekt. Das Geld stammt aus sogenannten Drittmitteln, unter anderem vom Landessportbund, dem Deutschen Kinderhilfswerk und dem Lions-Club Lehrte. Für den sechswöchigen Kurs sind etwa 5400 Euro für Lehrmittel und das Honorar der Lehrkräfte veranschlagt.
„Das Kultusministerium ermöglicht einen guten Standard, dennoch können wir durch das Engagement von Yurdumspor die Möglichkeiten noch optimieren. Es wäre schön, wenn wir finanzielle Unterstützung bekommen könnten, um das Projekt weiter zu führen“, so Bernhard Mellentin.