Patchwork-Arbeiten verbergen auch politische Botschaften . . .

„Mein Werkzeug sind Nadel und Faden“: Helle Eggebrecht hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. (Foto: Horst-Dieter Brand)
Lehrte: Volksbank eG Lehrte |

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Ausstellung von Helle Eggebrechts in Lehrte findet großes Interesse

LEHRTE (hdb). Ihr Hobby hat sie zum Beruf gemacht: Helle Eggebrecht „malt“ mit Stoffen und teilt ihre Kunst des textilen Gestaltens mit vielen ihrer Hochschulstudenten und Volkshochschüler. Entsprechend groß war der Publikumsandrang bei ihrer Vernissage unter dem Titel „In Paris` Apfelgarten“ in der Volksbank am August-Bödeker-Platz.
Das ungewohnt große Interesse führte die gebürtige Dänin, die aber schon seit 1967 in Ilten lebt, darauf zurück, „dass ich noch bis 70 Jahre Textilunterricht für Erwachsene erteilt habe“. Die 72-Jährige hatte nach ihrer ursprünglichen Ausbildung zur Chemielaborantin mit 44 Jahren ihre Hochschulreife nachgeholt und war unter anderem von 1993 bis 2013 Gastdozentin an der Universität.
„Ein Leben für und mit Textil – etwas einseitig, aber niemals langweilig“ hat die dreifache Mutter ihren pädagogischen und künstlerischen Werdegang zusammengefasst. Der beinhaltete auch Unterricht in Form- und Farblehre.
Der Ausstellungstitel „In Paris` Apfelgarten“ täuscht im ersten Moment eine harmlose Idylle vor. Neben anderen Wandbildern, Tagesdecken und Kissenbezügen im sogenannten freien Patchworkstil finden sich in der bis zum 20. März zu besichtigende Ausstellung aber auch Werke wie „Afghanistan. Geschundenes Land“ und „Geordneter Abzug aus Afghanistan“.
Hellebrecht verbindet damit durchaus eine politische Botschaft und verweist zugleich auf ein europäisches Hilfsprojekt, bei dem in Kabul etwa 300 Frauen kunstvoll Quadrate aus alten Bettlaken besticken, die dann in Europa verkauft werden.