Osteuropa-Hilfssammlung in Arpke wegen Hagelschaden abgesagt

Zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren muss die Sammlung von Hilfspaketen für Belarus und Moldawien in Arpke abgesagt werden - die Familie von Organisatorin Almuth Müller muss erst einmal ihre bei der Hagelkatastrophe auf 7.000 Quadratmeter zerstörte Erlebnisgärtnerei wieder instand setzen. (Foto: Humhil Arpke)

Almuth Müller hilft aber bei Weiterleitung bereits gepackter Hilfspakete

LEHRTE/ARPKE (r/kl). „Wegen des Hagelunwetters am 27. Juli, das unsere Gärtnerei quasi in zehn Minuten verwüstete, kann ich leider mein Versprechen nicht einlösen“, sagt Almuth Müller. Bereits im Frühjahr und im Sommer diesen Jahres hatte die Arpkerin, die seit mehr als 20 Jahren Hilfsgüter für die Ärmsten der Armen in Osteuropa sammelt und verschickt, gut erhaltene Kleidung, Schuhe, Bettwäsche, Decken, Spielzeug, Fahrräder etc. entgegen genommen.
Alles wurde sortiert, in Bananenkartons verpackt und beschriftet, damit es keine Scherereien an den Grenzen gibt. Für den Herbst hatte sie nochmals eine Sammlung in Aussicht gestellt.
„Moldawien hat die Hilfe bitter nötig“, sagt Almuth Müller, die gerade aus Moldawien zurückgekehrt ist. Sie nahm sich zehn Tage Urlaub, um vor Ort zu sehen und zu erfahren, wohin die Hilfe geht und wie sie verteilt wird.
"In Moldawien gibt es sehr viel Armut. Die Arbeitslosigkeit ist groß, sodass viele, gerade Jüngere Menschen, ihre Kinder in der Obhut der Großeltern lassen und im Ausland (Spanien, Russland und auch in anderen Ländern wie England, ja selbst im ärmlichen Nachbarland Rumänien) Arbeit annehmen. Oft verbringen sie nur wenige Wochen im Jahr bei ihren Familien in der Heimat. Außerdem leiden viele Menschen unter der Korruption.
Immer wieder hörte ich die Klage: ,Der Staat ist schlecht. Er gibt kein Geld für Straßen und Infrastruktur. Er unterstützt weder die Krankenhäuser noch die Kindergärten, Schulen oder Ferienlager in halbwegs angemessenem Umfang.' Und diesen Mangel bekam ich auch auf den Spuren der humanitären Hilfe vielfach zu Gesicht.
Ich fühlte mich angesichts der katastrophalen Straßenverhältnisse oder beim Anblick mancher sanitären Anlagen wie vor 20 Jahren, als ich das erste Mal mit Hilfsgütern nach Litauen fuhr und damals meinte ich schon, die Zeit sei für 50 Jahre gegenüber Deutschland stehen geblieben,“ berichtet Almuth Müller.
Die Humanitäre Hilfe Osteuropa (Humhil) will sie aber auf jeden Fall in 2014 weiter unterstützen, angesichts der Not, die sie mit eigenen Augen gesehen hat. Doch in diesem Jahr kann leider keine umfangreiche Sammlung mehr stattfinden.
"Wer allerdings seine Spende schon in Bananenkartons verpackt hat und die nötigen Frachtkosten von 2.50 Euro pro Karton gern dazu legt, kann mich unter der Telefonnummer (05175) 92 03 13 anrufen. Dann finden wir dafür eine Lösung!", bietet Almuth Müller den zum Teil bereits seit Jahren aktiven Spenderinnen und Spendern für die Humanitäre Hilfe Osteuropa an.