Orkantief "Xavier" hielt auch die Feuerwehren in Lehrte in Atem

Im Eichenweg entwurzelte das Orkantief die wohl letzte und schon zuvor standgefährdete Lehrter Mooreiche. (Foto: Susanna Veenhuis)

Zugverkehr eingestellt - (Wald-)Straße nach Ahlten gesperrt

LEHRTE (kl). Auch In Lehrte hat das Orkantief "Xavier" im Zeitraum von Donnerstagmittag bis zum Abend zahlreiche Bäume entwurzelt, den Bahnverkehr lahmgelegt und für zeitraubende Aufräumarbeiten gesorgt, die zum Teil noch den gesamten gestrigen Freitag andauerten. Menschen kamen aber offenbar nicht zu Schaden.
Allein die Ortsfeuerwehr Lehrte verzeichnete 29 Einsätze und hatte 39 Mitglieder im Einsatz. Vor allem gab es umgestürzte Bäume und herabgestürzte Äste von Straßen und Bürgersteigen zu bergen.
Wegen des abgelegenen Einsatzortes schwierig gestaltete sich die Evakuierung von 45 Fahrgästen eines Zuges, der hinter Immensen-Arpke auf der Bahnstrecke nach Dollbergen zwischen umgestürzten Bäumen festsaß.
Da der Bahnverkehr in ganz Norddeutschland eingestellt wurde, war für mehrere hundert Reisende auch der Lehrter Bahnhof vorläufig Endstation. Die zentrale Lehrter Busstation am "Neuen Zentrum" gegenüber dem Bahnhof war total überbevölkert. Auch Einheimische fanden keine Taxis oder Mietwagen mehr.
Auch noch bis in den gestrigen Freitag war die Verbindung Hannover-Wolfsburg eine der gesperrten Strecken, ebenso Hannover - Berlin. Wo es weiter ging, musste oft mit verminderten Geschwindigkeiten gefahren werden.
Besonders windanfällig erwiesen sich - wie beispielsweise schon bei der Mini-"Windhose" vor einigen Monaten in Immensen - erneut Kindertrampoline in Hausgärten. Eines schaffte es bis in die Oberleitung der Bahn bei Arpke.
Dass gestern in Hannover teilweise, in Braunschweig auch nahezu komplett Busse und Straßenbahnen bestreikt wurden, hob das Lebensgefühl der Berufspendler sichtlich nicht.
Wegen der vielen Einsätze war die Regionsleitstelle für Feuerwehr- und Rettungseinsätze zeitweilig nicht zu erreichen. Hilfesuchende kamen oft direkt zu den Feuerwehrhäusern. Geholfen werden konnte ihnen aber nur in Fällen von Verkehrsgefährdung oder von Gefahr im Verzuge - alles andere musste und muss privat geregelt werden.
Schon am Donnerstag waren deshalb Landwirte mit Kettensägen gefragte Helfer. Auch Tier- und Futterunterstände waren betroffen. In Klein-Kolshorn wehte es ein Futterzelt einen halben Kilometer weiter. Wegen umgestürzter Bäume und einer herunterhängenden Leitung war die Straße von dort nach Ahlten noch am gestrigen Freitag gesperrt.
Darüber hinaus wurden zahlreiche großflächige Plakate für die Landtagswahl am nächsten Sonntag umgeweht. Auch aufgedruckte Hinweise wie "Sturmfest." halfen ihnen nicht . . .