Oft unterschätzt: Das Potential der Zivilen Konfliktbearbeitung

Vortrag der Friedensforscherin Prof. Dr. Hanne-Margret Birckenbach

SIEVERSHAUSEN (r/jk). Im Rahmen der Reihe „Frieden geht.Anders!“, die das Antikriegshaus zusammen mit der Friedensarbeit der ev.-luth. Landeskirche Hannovers durchführt, kommt am Freitag, 16. September, ab 19.30 Uhr die Friedensforscherin Hanne-Margret Birckenbach zu einem Vortrag nach Sievershausen.
In einer politischen Kultur, die gewohnt ist, sicherheitslogisch zu denken, wird friedenslogisches Denken und Handeln kaum geübt. Dabei könnte Friedenslogik bestehende Konflikte nachhaltig transformieren und möglichen Kriegen entgegenwirken. Sicherheitslogik bleibt immer den Kategorien von Bedrohung und Abwehr verhaftet und kommt allzu leicht zu militärischem Eingreifen. Friedenslogik dagegen versucht Konflikte zu verstehen, fragt nach Ursachen, Bedürfnissen und Interessen – auch den eigenen – und will die Beziehungen zwischen den Beteiligten so verändern, dass ein gewaltfreier Konfliktaustrag zwischen ihnen möglich wird. Das ist sehr viel mühsamer und auch länger dauernd, aber im Erfolgsfall nachhaltiger. Gewalt und Militäreinsätze werden hier als Scheitern empfunden, nicht als letztes Mittel. Die Konfliktforscherin Hanne-Margret Birckenbach wird Einblicke in diese Methodik geben und unser friedenslogisches Denken schulen.
„Der konstituierende Begriff der Friedensforschung ist nicht Krieg, nicht Geschichte, nicht Herrschaft, nicht Macht, sondern Frieden. Ohne Friedensbegriff, d. h. ohne theoretische Reflexion der Möglichkeit des gewaltfreien Konfliktaustrags bliebe Handlungswissen der Gewaltlogik verhaftet und damit friedenspolitisch unrealistisch“ sagt Hanne-Margret Birckenbach.
Begleitend zu diesem Vortrag ist im Antikriegshaus bereits ab Montag die Ausstellung „Peace Counts-Die Erfolge der Friedensmacher“ zu sehen. Berichte über Krieg und Zerstörung machen regelmäßig Schlagzeilen, nicht aber Beiträge über Versöhnung und Wiederaufbau. Peace Counts stellt die Arbeit erfolgreicher Friedensmacher in aller Welt in den Mittelpunkt.
In den vergangenen Jahren haben Fotografen und Reporter von Peace Counts insgesamt 26 Konfliktregionen bereist, von Afghanistan bis Zypern, und Menschen aufgestöbert, die über ethnische, religiöse und politische Barrieren hinweg verfeindete Lager wieder zusammen bringen.
Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Antikriegshauses oder abweichend nach Vereinbarung bis zum 7. Oktober zu sehen.