Niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser als eine Einheit?

Bestehende arbeitsteilige Verbundeinrichtungen (also regionale Schwerpunkt-Fachabteilungen, Anm.d.Red.) sind weiterzuentwickeln, darin waren sich Regionspräsident Hauke Jagau (li.) und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (re., hier bei der Begrüßung) einig. Eine Abkehr der strikten "Sphärentrennung" zwischen niedergelassenen Ärzten und den Krankenhäusern ist da schon das schwierigere Thema . . . (Foto: Walter Klinger)
Lehrte: Klinikum Region Hannover Lehrte |

KRH Klinikum Regio Hannover trägt Bundesgesundheitsminister in Lehrte Zukunftsgedanken vor

LEHRTE (r/kl). Wie bereits berichtet, empfing das KRH Klinikum Lehrte empfing jetzt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe.
Bei dem Treffen nahm sich Minister Gröhe Zeit für einen intensiven Austausch mit Regionspräsident und KRH-Aufsichtsratsvorsitzendem Hauke Jagau, der Geschäftsführung des KRH Klinikums Region Hannover, der Vorsitzenden des Konzernbetriebsrats, Dunja Borges, sowie der Staatssekretärin und Bundestagsangeordneten Dr. Maria Flachsbarth und Kommunalpolitikern der CDU, auf deren Einladung der Bundesminister in Lehrte zu Gast war.
Journalisten waren wegen des Wahlkampfes von der Begegnung ausgeschlossen, aber das KRH berichte später dieses: Die KRH-Geschäftsführung erläuterte Zahlen und Fakten zum KRH Klinikum Region Hannover und stellte insbesondere die KRH-Medizinstrategie 2020 vor, die in wesentlichen Punkten mit der übergeordneten Zielsetzung der Bundesregierung deckungsgleich ist und Kerninhalte des Krankenhausstrukturgesetzes widerspiegelt.
„Mit der Medizinstrategie wollen wir eine noch bessere Versorgungsqualität für die Menschen in der Region gewährleisten und damit die Zukunftsfähigkeit der KRH sichern", erläuterte Dr. Matthias Bracht, medizinischer Geschäftsführer des KRH. Bracht wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es mitunter schwer falle, die Veränderungen zu vermitteln, wenn dabei die bestehenden Leistungsangebote vor Ort umstrukturiert werden sollen.
„Hier sind alle Verantwortlichen aufgefordert, Überzeugungsarbeit zu leisten, denn: Die Medizin von morgen funktioniert nicht in den Strukturen von gestern“, unterstrich Bracht. „Für die zukünftige Gesundheitsversorgung werden arbeitsteilige Verbundstrukturen wie im KRH Klinikum Region Hannover von zentraler Bedeutung sein“, betonte Minister Gröhe.
Im Hinblick auf das Krankenhausstrukturgesetz und andere politische Forderungen wie die Festschreibung personeller Mindestbesetzungen verdeutlichte Barbara Schulte, KRH-Geschäftsführerin für Finanzen und Infrastruktur, den steigenden Druck, der auf dem KRH Klinikum Region Hannover wie auf allen deutschen Kliniken lastet: „Fachkräftemangel, Tarifentwicklung und Gesundheitsgesetzgebung belasten die Haushalte ebenso wie die unzureichende Investitionsfinanzierung der Länder“, so Schulte.
Hauke Jagau, Regionspräsident und KRH-Aufsichtsratsvorsitzender, wies darauf hin, dass das KRH Klinikum Region Hannover in den vergangenen Jahren bereits rund 240 Millionen Euro Eigenmittel in notwendige Modernisierungen investiert hat.
Aber nicht nur finanziell werde einiges auf das KRH und deren Gesellschafterin, die Region Hannover, zukommen: „In den nächsten Jahren wird es im Bereich der Kliniklandschaft erhebliche Veränderungen, auch auf Bundesebene, geben“, stimmt Jagau mit Dr. Bracht überein: „Um flächendeckend eine gute Gesundheitsversorgung sicherzustellen, wird man unter anderem prüfen müssen, ob die Sphärentrennung zwischen niedergelassenen Ärzten und den Krankenhäusern aufrecht zu erhalten ist.“