Neujahrskonzert zum Mitsingen in Lehrte macht Lust auf den Frühling

lrich Langnickel (Violine) nahm die Besucher zusammen mit Stella Perevalova (Flügel) und der Akkordeonspielerin Nastya Shkinderova mit auf eine temperamentvolle musikalische Reise um die Welt. (Foto: Susanna Veenhuis)

Ein Beitrag von Susanna Veenhuis: 150 Besucher bei Auftaktveranstaltung im Rosemarie-Nieschlag-Haus

LEHRTE (sv). Zwar war das neue Jahr schon zehn Tage alt, aber dennoch brannte im Rosemarie-Nieschlag-Haus noch einmal ein Feuerwerk ab: „Ein musikalisches Feuerwerk“ lautete das Motto des diesjährigen Neujahrskonzerts, zu dem sich an die 150 Gäste im Veranstaltungssaal drängten – und kräftig feierten.
„Der Saal platzt fast aus allen Nähten“, sagte Udo Gallowski, Initiator der seit über 20 Jahren traditionellen Neujahrsveranstaltung im Evangelischen Altersheim an der Iltener Straße, während er und seine Helfer laufend weitere Stühle in den Konzertsaal schafften. Denn mit den angemeldeten 123 Zuschauern war der Saal an sich schon ausgebucht. Aber auch für die gut 20 spontan Entschlossenen fand sich hier und dort noch eine Lücke, bis das Trio mit seinem Konzert beginnen konnte.
Zuvor wünschte der stellvertretende Lehrter Bürgermeister Burkhard Hoppe allen Anwesenden vor allem Gesundheit für das neue Jahr und merkte augenzwinkernd an, wie froh er sei, dass Udo Gallowski auch diesmal wieder kompetente Musiker engagiert hatte. „Sonst müssen wir hier noch selber singen, das wünsche ich keinem!“
Ob Hoppe und seine Politikerkollegen die „Petersburger Schlittenfahrt“ denn auch so rasant und pointiert hinbekommen hätten wie Stella Perevalova, die damit das Konzert am Flügel eröffnete, mag dahingestellt sein. Zusammen mit Ulrich Langnickel (Violine), dem Gründer des Trios, und der Akkordeonspielerin Nastya Shkinderova nahm sie die Besucher an diesem feuchtkalten Januar-Abend unter anderem mit nach Wien, wo sie musikalisch einen traumhaften Frühling erlebten.
Bei bekannten Melodien wie „Im Prater blühn' wieder die Bäume“, dem „Weißen Rössl am Wolfgangsee“, der „Gräfin Mariza“ und auch dem „Griechischen Wein“ sangen textfeste Besucher gern mit, alle anderen summten, so dass der ganze Saal von Musik erfüllt war.
Ernst Günter aus Ahlten bereitete Nastya Shkinderova in der Pause eine besondere Freude. Der 90 Jahre alte Akkordeonspieler und ehemalige Kapellenleiter schenkte ihr einen ganzen Stapel Bücher mit Akkordeonmelodien aus den 1950er und 1960er Jahren.
Erst nach langem Applaus und einem hoffnungsfrohen „Schneewalzer“ als Zugabe entließ das Publikum in der Hoffnung auf ein Wiedersehen die beiden Profi-Musikerinnen und den ambitionierten Hobby-Geiger in den wohl verdienten Feierabend.
Stella Perevalova und Ulrich Langnickel waren nicht zum ersten Mal zu Gast im Rosemarie-Nieschlag-Haus. Letzterer öfter, denn er versteht sich nicht nur auf das Geigenspiel, sondern auch auf Tierisches. Zum ebenfalls traditionellen Sommerfest im Rosemarie-Nieschlag-Haus hatte der Diplom-Biologe einmal sehr zur Freude der großen und kleinen Gäste seine beiden trainierten Therapie-Kaninchen mitgebracht.