Neuer Direktor des Amtsgerichtes hat die „Stimme wie ein Radio-Moderator“

Landgerichtspräsident Ralph Guise-Rübe (links) führt offiziell Robert Glaß (Mitte) in sein neues Amt als Direktor des Lehrter Amtsgerichtes ein und verabschiedet gleichzeitig den ehemaligen Chef Dieter-Philipp Klass. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Robert Glaß übernimmt offiziell die Geschäfte – Viel Lob für scheidenden Vorgänger und zwischenzeitlichen Vertreter

LEHRTE (hdb). Ursprünglich kannte er Lehrte nur als Autobahnabfahrt – nun ist er nicht nur im Ortsteil Ahltenheimisch, sondern auch Direktor des Lehrter Amtsgerichtes geworden: Der 45-jährige Robert Glaß ist jetzt in einer Feierstunde offiziell in sein neues Amt eingeführt worden. Die Ernennungsurkunde hatte der gebürtige Hannoveraner bereits Anfang Juli erhalten.
Mit der offiziellen Amtseinführung durch den Hildesheimer Landgerichtspräsidenten Ralph Guise-Rübe ist eine mehr als einjährige Interimszeit beendet worden. Denn Glaß’ Vorgänger Dieter-Philipp Klass, in Lehrte seit November 2006, war bereits im Juli 2012 ins niedersächsische Justizministerium gewechselt
Die Vakanz füllte Zivilrichter Uwe Bengsch aus, der dafür - genau wie Guise-Rübe für seine kollegiale und vertrauensvolle Amtsführung - von allen Seiten größtes Lob und eine Dankesurkunde einheimste.
Im Mittelpunkt stand naturgemäß sein Nachfolger. Glaß, der in Neustadt am Rübenberge aufgewachsen und an der dortigen Kooperativen Gesamtschule 1987 sein Abitur machte, nutzte gleich den phonetischen Gleichklang seines Namens und des seines Vorgängers mit Doktortitel zum Nachweis seines bekannten Humors: Viele müssten sich ja gar nicht groß umstellen. Da war schon immer ‚Klass’, nur hat er jetzt seinen Doktor verloren.
Zum Schmunzeln Anlass bot auch der Personalrats-Vorsitzende Bernd Fuhlroth. Er lüftete das Geheimnis, dass Glaß und er ursprünglich die Idee hatten, auszuwandern oder auf einer Hallig ein eigenes Gericht zu gründen. Die sonore und beeindruckende „Stimme eines Radio-Moderators“ bescheinigte Karin Brönstrup vom Richterrat des Landgerichtes Hildesheim dem neuen Lehrter Direktor, der – mit Unterbrechungen – seit 2002 in der "Eisenbahnerstadt" als Strafrichter und Vorsitzender des Schöffengerichtes tätig war.
Glaß erinnerte in seiner Begrüßungsansprache an das 1954 verabschiedete Gesetz „mit nur vier Paragrafen“, wonach in Lehrte ein Amtsgericht zu gründen sei. Heute bestehe „ein kaum noch zu verbesserndes Verhältnis“ zu Polizei, Anwaltschaft, den Kommunen Lehrte und Sehnde, zum Klinikum Wahrendorff und der Justizvollzugsanstalt Sehnde. Glaß deutete an, dass er sich für die Zukunft eine „Agenda Lehrte 2020“ vorstellen könnte. Als spezielle Herausforderung betrachtet der Herr über 44 Bedienstete – davon sieben Richterinnen und Richter – die „älter werdende Gesellschaft“ mit der Folge von Betreuungs- und Unterbringungsverfahren.