Neue Struktur des Altersheimes mit Investitionen von 3,6 Millionen

Der Garten soll bei den Erweiterungs- und Sanierungsabsichten möglichst unangetastet bleiben: Heimleiter Johannes Reese (von links), Pastorin Ute Schneider-Smietana und Vereins-Vize Roland Lucks stellen vor Ort die Pläne vor. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand: Rosemarie-Nieschlag-Haus kann sich ehrenamtlich nicht mehr länger am Markt behaupten

LEHRTE (hdb). Er bleibt an Bord, so lange die Umstrukturierung erfolgt: Johannes Reese, langjähriger Leiter des Evangelischen Alters- und Pflegeheimes, geht erst im November 2014 in den Ruhestand. Dann dürfte die Weichenstellung für eine gesicherte Zukunft des Rosemarie-Nieschlag-Hauses abgeschlossen sein.
Der bisherige Trägerverein wird auf Beschluss der jüngsten Mitgliederversammlung in einen Förderverein umgewandelt. Neu gegründet wird eine gemeinnützige Betriebsgesellschaft, die dem Regionalverbund „Diakonische Altenhilfe Leine-Mittelweser“ mit Sitz in Neustadt am Rübenberge. Bei einer Mitarbeiterversammlung, an der mehr als die Hälfte der Belegschaft teilnahm, sind die unmittelbar Betroffenen über die Neustrukturierung inzwischen informiert worden. Für ihr Arbeitsverhältnis dürfte sich aber nichts Wesentliches ändern, zumal der neue Trägerverein Mitglied im Diakonischen Werk bleibt und dadurch die Tarifbestimmungen fort gelten.
Seit 1955 – und damit über 58 Jahre – hat der bisherige Trägerverein „Ev. Alters- und Pflegeheim Lehrte e.V.“ die Geschicke der Einrichtung bestimmt und der Vorstand ehrenamtlich gewirkt. Das, so reifte bei der Vorsitzenden, Pastorin Ute Schneider-Smietana, und ihrem Stellvertreter Roland Lucks die Erkenntnis, dass die harten Bedingungen des Wettbewerbes eine hauptamtliche Geschäftsführung erfordert. Eine Berliner Unternehmensberatung wurde mit einer Bestandsanalyse beauftragt, Kontakte mit dem kaufmännischen Geschäftsführer Sven Brüggemann vom Regionalverband „Diakonische Altenhilfe Leine-Mittelweser“ geknüpft.
Das Ergebnis eines etwa halbjährigen Findungsprozesses stellten die Beteiligten jetzt der Öffentlichkeit vor: Der mittelständische Betrieb mit 106 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von rund 3,6 Millionen Euro wird zu einer gemeinnützigen Betriebsgesellschaft und Mitglied in dem Regionalverbund. Gegründet wird zudem eine kirchliche Stiftung „Diakonische Altenpflege Lehrte“. Die bisher enge Zusammenarbeit mit der Rosemarie und Brigitte-Nieschlag-Stiftung“ soll weiterhin gepflegt werden, betonte Schneider-Smietana. Sie fasste die jüngsten Erfahrungen bei der Kooperationssuche so zusammen: „Wir sind keine hässlich, sondern eine schöne Braut, die sich den Partner aussuchen konnte.“
Allerdings musste die Pastorin, die künftig den neuen Förderverein leiten wird, einräumen, dass die Pflegeeinrichtung an der Iltener Straße nur noch den Charme der 60-er Jahre ausstrahlt und eine Modernisierung dringend notwendig hat. Geplant sind auch ein Teil-Neubau, um die Doppelzimmer abschaffen zu können, und eine energetische Sanierung. Die Kosten werden auf etwa 3,6 Millionen Euro geschätzt.