Nachgebessert: Außenstelle der IGS in Hämelerwald bis zum zehnten Jahrgang

Ein gut besetztes Kurt-Hirschfeld-Forum, wohin die Sitzung des Schulausschusses wegen des erwarteten Interesses verlegt worden warm bewies am donnerstag Abend das große Interesse an der künftigen Schulpolitik. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - SPD und B90/Grüne setzen ihr Konzept mit Unterstützung der Elternvertretung durch

LEHRTE (hdb). Mit Unterstützung der Elternvertretung - und guten Argumenten - haben SPD und B90/Die Grünen im Fachausschuss ihr Konzept zur Schulentwicklung ab 2015 durchgesetzt. Endgültig entscheidet der Rat am 26. März über die Einrichtung einer vierzügigen Integrierten Gesamtschule in Lehrte-Süd. Die IGS Hämelerwald wird dann zwei Jahre später nur noch eine Außenstelle sein.
Anders als im ursprünglichen Antrag hat bei der Beratung im Schulausschuss am Donnerstag die rot-grüne Ratsmehrheit allerdings ihre Vorstellung modifiziert. Die IGS im Schulzentrum Ost soll ab 2017 dreizügig bis zum zehnten Jahrgang geführt werden und damit sollen dort die entsprechenden Abschlüsse möglich sein. Zunächst war geplant, in Hämelerwald nur noch die Jahrgangsklassen fünf bis acht zu unterrichten.
Während einer Sitzungsunterbrechung hatten die Vertreter der Ausschussmehrheit diese Neufassung formuliert. „Ortsbürgermeister Dirk Werner war mit im Boot“, sagte dazu SPD-Fraktionsvorsitzender Bodo Wiechmann, nachdem es Tage zuvor im Ortsrat Hämelerwald mit seiner SPD-Mehrheit Unmut über den Ursprungsplan aus der Kernstadt gegeben hatte.
„Wir haben das Ergebnis erreicht, das wir wollten“, freute sich Wiechmann nach mehr als zweistündiger Sitzung im Kurt-Hirschfeld-Forum. Er lobte die aus seiner Sicht rege und sachliche Diskussion im Ausschuss wie bei der Einwohnerfragestunde. Die Sitzung war wegen des zu erwartenden öffentlichen Interesses von der Alten Schlosserei in das Kurt-Hirschfeld-Forum des Gymnasiums verlegt worden. Das war mit annähernd 200 Jugendliche, Eltern und Pädagogen auch gut besetzt. Und wie unter den Kommunalpolitikern ging auch im Publikum das Meinungsbild quer durch die Reihen.
„Was jetzt kommt, ist der Tod auf Raten“: Der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans-Joachim Deneke-Jöhrens ließ kein gutes Haar an den Plänen von Rot-Grün. Er warf seinem SPD-Kollegen Wiechmann vor, Zahlen aus dem Schulentwicklungsplan zu schönen und warnte vor „Zwei-Klassen-Kindern: Königskinder und Aschenputtel“.
Deneke-Jöhrens befürchtet, dass die Realschule „mittelfristig geschluckt“ und das Gymnasium geschwächt werde, wenn am Standort Lehrte-Süd die neue IGS installiert wird. Carsten Milde (Grüne) konterte mit dem Hinweis auf Kooperationsmöglichkeiten zwischen Gymnasium und IGS, die „im Herzen der Stadt und nicht am Rande“ angeboten werden müsse. Außerdem entspreche der rot-grüne Antrag den Erkenntnissen aus einer Elternbefragung.
Stimmen der Verwaltungsausschuss (geschäftsführender Ausschuss) und der Stadtrat selbst abschließend zu, wird es ab dem Schuljahr 2015/16 eine IGS-Oberstufe im Schulzentrum Lehrte-Süd geben. Dort soll auch die Realschule weitergeführt werden, während die Hauptschule - mit einstimmigem Votum des Lehrerkollegiums - allmählich in der IGS aufgehen wird.