Nach einem Jahr dreht "Radio Havanna" in Arpke wieder voll auf

Die Jungs von "Radio Havanna" engagieren sich auch bei Spendenaktionen und Konzerten gegen Rechts. (Foto: Radio Havanna)
Lehrte: Jugendtreff Hinterhof Arpke |

Freitag "Hinterhof"-Konzert mit "In Case of Riot" und "3Zylinder"

LEHRTE/ARPKE (r/kl). Nachdem der Jugendtreff "Hinterhof" am Arpker Teich Teich (Ahrbeke 4) in den letzten drei Monaten eher leise blieb, ertönen am Freitag, 13. Juli, wieder feinste Punkrocktöne. "Radio Havanna", welche schon im letzten Jahr ihre Tour für das kleine Dorf unterbrachen, kommen wieder und freuen sich auf den brodelnden Saal. Im Gepäck haben Sie zwei Supportbands aus der Region Hannover.
Beginn des Konzertes (Eintritt: sieben Euro) ist um 19.30 Uhr, natürlich mit Shuttlebus vom Bahnhof Immensen/Arpke um 20.00 Uhr für die Gäste aus Lehrte und Umgebung!
Lokalmatador "In Case of Riot" (oder wie die Arpker Fans sie nennen: "Die Thekencrew") aus Lehrte bestehen aus Peter Müller, Sven Ziegenheimers Sockenklon, Gertraut Klingefrond, Karlheinz Drießen-Meyerkron und Lewis Ginsterbuck. Sie erweitern die klassische Punkrock-Besetzung aus Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang um die Melodie-Komponente Saxophon.
Kombiniert mit den musikalischen Einflüssen der Bandmitglieder – die unterschiedlicher nicht sein könnten – entsteht eine energiegeladene Mischung aus Punkrock, Classic- und Bluesrock, die kein Gehör unberührt lässt, denn jedes Lied klingt anders.
"3Zylinder" ist eine Band vom schönen Deister macht sich mit Vollgas auf den Weg in das kleine Örtchen. Mit deutschen Texten und Punk Rock von hoher Güte, bieten "3Zylinder" einen satten Sound und Drehzahlen am roten Bereich.
"Radio Havann" haben Ihr aktuelles Album mit im Gepäck: "Alerta! Alarm!". Angriffslustig wie nie blasen "Radio Havanna" zur Attacke! Im Gepäck der Berliner Punkrocker: Aufstand mit Verstand!
Wie kaum eine andere deutsche Band brachte das Quartett in den vergangenen zwei Jahren fäusteschwingende Songs mit herausragendem sozialen Engagement zusammen. Ihr neues Album "Alerta" katapultiert Radio Havanna nun mit einem Schlag in die Spitzenliga deutscher Punkrock-Bands und endgültig auf die großen Festivals!
Der Ort, an dem aus "Radio Havanna" mehr wurde als eine x-beliebige deutschsprachige Punkrock-Band, liegt irgendwo im Harz auf etwa 1.000 Metern Höhe, zwischen steilen Anstiegen und niedersächsischem Nadelgehölz. Damals, im Spät-Sommer 2010, nahm das ursprünglich aus der Thüringer Provinz stammende Quartett am ersten "Oxfam Trailwalker" in Deutschland teil – eine Bande Musiker mit Dosenbier inmitten dutzender Extremsportler auf einem 30-stündigen und 100 Kilometer langen Marsch durch ein Mittelgebirge.
Die Teilnahme an diesem Fundraising-Lauf hatten Fans "Radio Havanna" ermöglicht, deren 2.000 Euro Spendengelder die Band mühevoll über mehrere Monate gesammelt und schließlich mit blutenden Füßen ihrem Spendenzweck zugeführt hatte. Unterwegs machte es Klick: Fichte (Voc), Arni (Gitarre), Olli (Bass) und Anfy (Drums) erreichten durch diese unfassbare Anstrengung nicht nur ein neues Level an Belastbarkeit (neudeutsch würde man "Teambuilding" dazu sagen) sondern die Band realisierte, daß das reine Singen über Anstand und Aufstand nicht weit führen: Nur wer auch im wahren Leben die Ärmel hochkrempelt, wird um sich herum eine bessere Welt aufbauen können. Die folgenden 24 Monate waren geprägt von Touren, Touren, Touren. Radio Havanna supporteten beinahe das "Who-Is-Who" der amerikanischen Punk-Szene und spielten hunderte Shows mit "Sum41", "Zebrahead", "Lagwagon", "Anti-Flag", "Flogging Molly", "Good Charlotte", "No Use For A Name", "Rise Against" . . . die Liste könnte lange weitergeführt werden.
Zwischendrin widmete sich das Quartett vermehrt ungewöhnlichen Promo- und Fundraising-Aktionen. Mit Pennywise-Frontmann Jim Lindberg nahm man einen Benefiz-Song zugunsten von Titus Dittmann`s Skate Aid Stiftung auf, deren Spendengala die vier auch als Liveact rockten. Mit Jennifer Rostock organisierten die Wahl-Berliner ein Charity-Konzert zugunsten "Kein Bock Auf Nazis" und spielte in Folge dessen viele weitere Kundgebungs-Konzerte gegen Neonazis.
Geprägt von den Ereignissen der letzten Jahre ist "Alerta" genau das geworden, was man erwarten konnte: Ein gewaltiger Sprung in der Bandgeschichte und ihr bisher stärkstes Album. Bereits im ersten Song "Flüstern, Rufen, Schreien", den Radio Havanna in einem bilingualen Duett mit Anti-Flag Frontmann Justin Sane bestreiten, legt das Quartett sprachlich wie musikalisch die Koordinaten für das gesamte Album fest: höchst melodisch, stets wütend, aber mit genügend Fingerspitzengefühl in den vom Berliner Alltag geprägten Texten. Als eine von wenigen Ausnahmen schaffen es Radio Havanna, komplexe politische und soziale Themen wie den gesellschaftlichen Umbruch in Nordafrika oder innerdeutsche Probleme für eine junge Zielgruppe mithilfe deutscher Texte aufzubereiten, ohne platt oder parolenhaft zu wirken. Vielmehr liegt ein jugendlicher Reiz in Songs wie "Monster" oder "Goldfischglas".