Mit Sherlock Holmes auf Schatzsuche

Lange auf: Die erste Leseabenteuer-Nacht für Sieben- bis Zehnjährige faszinierte 27 kleine Besucher von 20 bis 23 Uhr – viele davon aus Steinwedel. (Foto: Susanna Veenhuis)
Lehrte: Stadt- und Schulbibliothek |

Ein Beitrag von Susanna Veenhuis - Oliver Pautsch liest in der ersten Leseabenteuer-Nacht

LEHRTE (sv). Krimis sind spannend. Und besonders gruselig wirken sie bei Nacht. Wenn sie auch erst zwischen sieben und zehn Jahre alt waren, so sehr gruselte es den 27 Teilnehmern der ersten „Leseabenteuer-Nacht“ in der Stadtbibliothek dann doch nicht. Zwar hatte Bibliotheksleiterin Ingrid Klug die FerienCard-Veranstaltung auf 20.00 bis 23.00 Uhr gelegt, aber im Sommer bleibt es ja recht lange hell.
Und so gruselig und brutal wie in den Büchern des englischen Erfinders Sir Arthur Conan Doyle ging es in der Buchversion für Kinder von Oliver Pautsch nicht zu. Der Schriftsteller und Drehbuchautor lebt in Hilden und hat selber drei Kinder, für die er schon früh Geschichten erfand. Sein Verlag schlug ihm vor, doch einmal eine Krimiversion für Kinder über Sherlock Holmes zu verfassen, die er jetzt seinem gespannten Auditorium in Lehrte vortrug.
Gleichwohl gestaltet sich der Diebstahl um den „Blauen Karfunkel“ als spannender Fall. Denn einer Gräfin war in ihrer Hotelsuite ein besonders großer und wertvoller Edelstein abhanden gekommen, eben jener blaue Karfunkel. Mit Hilfe eines jungen Hoteldiener-Lehrlings als Zeugen sowie einer Gans und einem schwarzen Hut als Beweismitteln sowie der Unterstützung seines treuen Freundes Dr. Watson gelingt es Sherlock Holmes, dank seiner meisterlichen Kombinationsgabe den Fall zu lösen.
„Er hat eine Pfeife und eine Lupe“, sagte die neunjährige Fanny auf Pautschs Frage hin, wer den Meisterdetektiv kennt. Ihr Wissen, so sagte sie freimütig, stammt aus einer Folge der Abenteuer des kleinen Schlossgespensts Hui Buh.
Der Abend blieb nicht aufs Lesen beschränkt: Im zweiten Teil lauschten die kleinen Spürnasen dem Hörbuch, sahen einen vom Autor selbst gedrehten Film, mussten Quizfragen beantworten und machten sich schließlich selbst auf die Suche nach dem verschwundenen Edelstein.
Gut 20 Minuten dauerte es, bis der Ruf „ich hab ihn!“ erschallte. Im Regal hinter den Romanen waren die Kinder fündig geworden. Für sie war es ein großes Abenteuer, und zur Erinnerung erhielt auch noch jeder von Oliver Pautsch einen kleinen blauen Karfunkel. „Die Premiere ist gelungen, das werden wir nächstes Jahr wieder machen – mit einem Schauspieler und Autor zu Cornelia Funkes Geschichten über die Gespensterjäger“, versprach Ingrid Klug.