Ministerpräsident und der Airport empfangen Sternsinger

Die Sternsinger der ökumenischen Aktion in Hämelerwald vor ihrem Ausschwärmen. (Foto: Kgmde. HäWa/Schaarschmidt)
 
Ministerpräsident Stephan Weil, der selbst einige Jahre als Sternsinger aktiv war, mit einigen der 90 diesjährigen Sternsinger, die er in der Staatskanzlei empfing. (Foto: BDKJ)

„Noch in keinem Jahr zuvor war ihr Anliegen so aktuell"

REGION HANNOVER/HÄMELERWALD (r/kl). Rund 400 Kinder sind in diesem Jahr wieder in Hannover und der Region als Sternsinger unterwegs. Verkleidet als die Heiligen Drei Könige haben sie bereits viele Menschen zu Hause oder bei der Arbeit besucht und an Türrahmen den Segensspruch „C+M+B“ hinterlassen.
Dabei singen sie und sammeln Spenden für Projekte, die benachteiligte Kinder weltweit unterstützen. Auch Ministerpräsident Stephan Weil hat heute rund 90 kleine Sternsinger in der Staatskanzlei empfangen. „Noch in keinem Jahr zuvor war das Anliegen der Sternsinger so aktuell wie 2016“, sagte Weil in Anspielung auf die Rolle der Heiligen Drei Könige in der biblischen Weihnachtsgeschichte.
In dieser sollen die Drei Heiligen Könige im Auftrag eines Königs das neugeborene Jesuskind finden und es an den König ausliefern. „Aber sie haben Jesus nicht verraten, sondern geschützt – genauso wie wir heute Flüchtlinge schützen“, erklärte Weil, der selbst als Kind einige Jahre Sternsinger war.
Ein aktueller Bezug, den Propst Martin Tenge in seinem Lob für die engagierten Kinder aufgriff. „Die Sternsinger haben sich in der Weihnachtsgeschichte so klug verhalten, dass sie die Begegnung von Jesus mit der damaligen Regierung zu einer friedvollen machen konnten. Sie zeigen uns, wie eine Schnittstelle zwischen Glaube und Politik funktionieren soll“, sagte er.
Doch nicht nur der Ministerpräsident ließ sich von den Sternsingern besuchen: Auch den Landtag segneten die Kinder. Zum ersten Mal überhaupt empfing der Flughafen Hannover- Langenhagen 16 Kinder der Katholischen Gemeinde Liebfrauen. Michael Hesse von der Geschäftsführung des Flughafens zeigte sich vom Einsatz der Kinder beeindruckt: „Anstatt zu Hause Computer zu spielen oder sich die Zeit anders zu vertreiben, nutzen die Kinder ihre Freizeit sinnvoll und setzen sich für andere ein.“ Um die Kinder dabei zu unterstützen, spendete der Flughafen dreihundert Euro und lud sie als Dankeschön zu einer Flughafenführung ein.
Deutschlandweit waren im vergangenen Jahr rund eine halbe Millionen Kinder als Sternsinger unterwegs. Dabei sammelten sie etwa 45,5 Millionen Euro für den guten Zweck. Organisiert wird die Verteilung und Aussendung der Sternsinger vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).
Am vergangenen Samstag sind gut 40 Sternsinger aus Hämelerwald ausgeschwärmt und haben etwa 130 Haushalte besucht. Sie haben das Zeichen für Gottes Segen "20+C+M+B+16" mit Kreide an die Häuser geschrieben. Die Buchstaben kommen vom lateinischen Segensspruch: Christus mansionem benedicat - Christus segne dieses Haus.
Für moderne kunststoffbeschichtete Türen hatten sie Aufkleber im Gepäck. In ihren Liedern und Gedichten erzählen sie von der Geburt Jesu und bitten um Geld für Kinder, "die Hunger leiden, nicht wie wir in warmen Betten liegen."
In Hämelerwald wird seit 24 Jahren die Sternsingeraktion gemeinsam von der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde durchgeführt. Darum wird auch ein ökumenisches Projekt in Brasilien damit unterstützt: SERPAF - Serviços de Promoção ao Menor e à Família (Dienst zur Förderung von Kindern und Familien).
Er wurde 1963 von der Brasilianerin Helena Brancoaus gegründet und hat das Ziel, die Kinder aus den Armutsvierteln aufzufangen und vor einem Leben als Straßenkinder zu bewahren. Es wurde eine Tagesstätte errichtet, in der mittlerweile rund 650 Kinder und Jugendliche von 18 Monaten bis 16 Jahren regelmäßig betreut, mit einer warmen Mahlzeit versorgt und gefördert werden, um ihnen gemäß ihrer Fähigkeiten neue Chancen für ein Leben jenseits der Favelas zu eröffnen.
In diesem Jahr konnten die Hämelerwalder Sternsinger mehr als 2.700 Euro dorthin überweisen.