Michael Hain verkleidet sich, spielt und liest vor Grundschülern

Liegend auf einem Tisch begann Michael Hain seine Lesetheater-Vorstellung vor Grundschülern in der Arpker Zweigstelle der Stadtbücherei. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Dritt- und Viertklässler lernen spielend, was ein Erpresser ist

ARPKE (hdb). Er flüstert und schreit, piepst mit hoher Stimme oder brummt wie ein Schulrat: Michael Hain versteht sein Handwerk ausgezeichnet – auch und erst recht dann, wenn er sich bei einer Lesetheater-Vorstellung in der Grundschule Arpke als Karlo von Klauenburg verkleidet. Die Kinder hatten ihren Spaß.
Die gelungene Mischung aus Theater und Lesung beherrschte der Mime großartig. Aber er “kann“ auch Strenge – wenn seine kleinen Zuhörer, die Dritt- und Viertklässler der Grundschule Am Hainhop, unruhig wurden oder sich etwas flegelhaft benahmen.
Ein kurzer, strenger Blick oder die drohende Anweisung „Du nimmst mal bitte die Füße runter vom Stuhl“ genügten, um die notwendige Aufmerksamkeit und die Ordnung wieder herzustellen.
„Ella in der Schule“ des finnischen Autors Timo Parvela hatte der gelernt Schauspieler im Gepäck, um sie in zwei Veranstaltungen den Schülern nahezubringen. „Soll ich euch aus dem Buch vorlesen?“, fragte Michael Hain, der auf seiner Lesereise, aus Braunschweig kommend, in Arpke eine Zwischenstation auf Einladung von Bibliotheksleiterin Ingrid Klug einlegte, schelmisch. Und ein vielstimmiges „Ja!“ antwortete ihm.
Hain verstand es, lesend und spielend, anfangs mit einem Trenchcoat, Hut und Sonnenbrille verkleidet, die Dritt- und Viertklässler eine Stunde lang zu fesseln. Die lernten dabei unter anderem auch, was ein Erpresser ist oder eine Umfrage oder eine Eselsbrücke oder wo links und rechts ist.
Am Schluss wedelten die Schüler nicht laut, sondern wie Taubstumme mit wackelnden Händen ihren verdienten Beifall.