Mega-wenig Information zum MegaHub-Projekt in Lehrte

Zum zweiten Mal in nur drei Wochen füllten nach dem Experten-Abend zum Parkhausneubau nun die Fachvorträge zur MegaHub-Anlage und Y-Trasse für drei Stunden das Lehrter Forum - und auch die Aufnahmespeicher des Bürgerfernsehens. (Foto: Walter Klinger)

Über 200 Zuhörer - Details gibt es in weiteren Sitzungen

LEHRTE. Die von der rot-grünen Ratsmehrheit initiierte verstärkte Bürgerinformation ist ein Hit: Wie bei der Einwohnerversammlung zum Parkhausneubau füllten jetzt auch bei der Experten-Information zu Mega-Hub und Y-Trasse mehr als 200 ZuhörerInnen das Kurt-Hirschfeld-Forum. Wieder gefielen die Präsentationen der eloquenten Fachleute, der Informationsgehalt war indes denkbar gering. Zumal auch hier die Grundsatzbeschlüsse längst gefallen sind. Dafür immerhin konnten zur Hälfte der drei Stunden Dauer Dutzende von (auch auswärtigen) BürgerInnen und sogar eine Vertreterin der Stadt Burgdorf nach Herzenslust nachfragen und ihre Bedenken vortragen.
Bauausschussvorsitzender Wilhelm Busch (CDU) ließ in der gemeinsamen Sitzung mit dem Umweltausschuss den Bürgerfragen höflich jeden Raum. Strukturierung hätte aber Zeit gespart, denn viele Bürger-Beiträge betrafen die erst noch folgenden Referate oder die Auswirkungen von Mega-Hub, zu denen aber niemand konkret werden wollte.
Die Absichten der Bahn, so ihr Projektentwickler, sind klar: Im April soll der Bund die Finanzierungszusage für das 105-Millionen-Projekt unterschreiben, das 2016 in Betrieb gehen soll. Zu den Folgen wusste der Referent nur zu sagen, dass alle alle Fragen wie Lärm- und Emissionsbelastung durch die Umschlaganlage im GVZ bereits im 2005 erfolgten Planfeststellungsverfahren abgewogen und grundsätzlich geklärt seien.
Die Einzelheiten dieser Grundsatzgenehmigung waren ihm indes nicht geläufig, auch der städtische Baudirektor referierte dazu nichts (außer, dass die als Ausgleich entstehenden Grünflächen beachtlich seien). Die Details soll es nun in weiteren Ausschuss-Sitzungen geben - wer sie erfahren will, muss noch mal hin.
Mindestens 100 Lkw's mehr pro Tag bringt MegaHub für Lehrte, sonst aber rein nichts an Vorteilen. Die Gemeindestraße "Westtangente", über welche die Anfahrt geschieht, würde die Stadt aber gern mit der Landesstraße "Ahltener Straße" tauschen, um die Kontrolle über das Lkw-Einfallstor in die Stadt zu erhalten.
Das Land hat für die Sanierung der zuführenden Landesstraße aber nur Geld entlang der Ortslage Ahlten, nicht weiter nach Lehrte.
Finanzen, nämlich die Höhe der Aufträge von Transportkunden, entscheiden letztlich auch über die tatsächliche Zahl von Containern, die per MegaHub in Lehrte von der Straße auf die Schiene wechseln. Die Betreibergesellschaft selbst aber ließ sich an diesem Abend entschuldigen. Unsere Redaktion tut das auch und gibt statt detaillierter Betrachtung in dieser Ausgabe erst einmal konreteren Themen den Vorrang.