Malerin Andrea C. Hoffer setzt bei Ausstellung in Lehrte auf „klare Linien und fließende Grenzen“

Andrea C. Hoffer präsentiert ihre Gemälde, Museumsdirektor Reinhard Spieler interpretiert die Intentionen der bildenden Künstlerin. (Foto: Horst-Dieter Brand)
Lehrte: Städtische Galerie |

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Sprengel-Museumsdirektor übernimmt Einführung in das Werk der Künstlerin

LEHRTE (hdb). Mit der fünften Vernissage in diesem Jahr geht die Saison in der Städtischen Galerie Lehrte (Alte Schlosserei 1) dem Ende entgegen. Nach Einschätzung der Kulturbeauftragten Julienne Franke gab es bisher zwei herausragende Ausstellungen.
Die Bilder von Andrea C. Hoffer dürften wohl eher nicht den Sprung in die Hitliste schaffen. „Clear Lines and Flowing Borders“ nennt die bildende Künstlerin ihre Werkschau mit 25 kleineren und größeren Motiven, bei denen häufig Palmen dominieren.
Das liegt auf der Hand, denn die 1964 im nordrhein-westfälischen Kirchhellen geborene Malerin lebt zeitweise in der Karibik. Sie hatte zunächst Bühnen- und Kostümbild und danach Malerei an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert.
Immerhin kam mit Reinhard Spieler, seit 2014 Direktor des hannoverschen Sprengel-Museums, ein hochkarätiger Experte, der die 20 - vom stellvertretenden Bürgermeister Dündar Kelloglu begrüßten - Besucher in die Ausstellung einführte. Die Künstlerin und der Fachmann kennen sich seit etwa 20 Jahren aus gemeinsamen Zeiten
In Düsseldorf. Im Kontrast zur „niedersächsischen Novemberkälte“ betonte Spieler die „Sehnsucht nach Wärme“, die einen beim Betrachten der tropischen Landschaften von Andrea C. Hoffer erfasse. Die meisten sind mit Eitempera auf Nessel angefertigt worden, entstanden teilweise im Freien, so dass der tropische Regen seine Spuren hinterlassen hat, wie Spieler die manchmal verschwommenen Konturen erklärte. Trotz der „Nebellastigkeit“ bevorzuge die Malerin klare horizontale und vertikale Linien „zwischen Natur und Interieur“.
Die Ausstellung in der Alten Schlosserei - die erste von Andrea C. Hoffer in Niedersachsen überhaupt - kann bis zum 31. Januar 2016 bei kostenlosem Eintritt besichtigt werden. Die Galerie ist dienstags bis freitags und sonntags von 14.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Julienne Franke bereitet derweil bereits die nächsten fünf Ausstellungen für das kommende Jahr vor. Für den MARKTSPIEGEL lüftete sie schon das Geheimnis der Vernissage im Februar: Die Französin Emmanuelle Tanais Aupest wird ihre Fotografien, grafischen Arbeiten und Comics präsentieren.