Machtwechsel in Immensen

Nach ihrer überraschenden Gruppenbildung auf Ortsebene wählten CDU, Grüne und Freie Wähler am Mittwoch einstimmig Falk Kothe (CDU) zum neuen Ortsbürgermeister der Lehrter Ortschaft Immensen. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - CDU stellt seit 1974 erstmals den Ortsbürgermeister

IMMENSEN (hdb). Politischer Wachwechsel im Ortsteil Immensen: Nach Jahrzehnte langer SPD-Herrschaft regiert künftig ein Bündnis aus CDU, den Grünen und Freier Wählergemeinschaft. Die neue Gruppe wählte in geheimer Abstimmung den 36-jährigern Falk Kothe zum neuen Ortsbürgermeister.
Der Wirtschaftsfachwirt löst die bisherige SPD-Ortsbürgermeisterin Heidrun Bleckwenn ab, die nach 15-jähriger Tätigkeit nicht wieder kandidiert hatte. Als erste Amtshandlung will sich der Neue die Haushaltsberatungen für das Jahr 2017 vorknöpfen, wie Kothe nach seinem knappen Sieg sagte. „Wir sind für einen Politikwechsel angetreten, den wir mit vereinten Kräften herbeiführen werden“, sieht er sich am Ziel seiner politischen Wünsche.
Kothes Herausforderer und SPD-Spitzenkandidat Michael Clement, der alle drei Stimmen seiner künftigen Fraktion auf sich vereinigen konnte, nahm seine Niederlage gefasst als „sportliche Herausforderung“ auf, wie er betonte. Er gab danach aber auch zu, „überrascht und gleichzeitig enttäuscht“ vom Ausgang der Ortsbürgermeisterwahl zu sein.
(Was, das darf hier angemerkt werden, zu Beginn der abgelaufenen Wahlperiode anders herum im Nachbarort Arpke auch der CDU so ging. Auch sie war damals die stärkste Kraft, verlor die Ortsbürgermeisterposition aber an ein Bündnis aus SPD und Grünen. Anm.d.Red.).
In ihren Abschiedsworten schrieb die scheidende Immenser Ortsbürgermeisterin dem neu gewählten Gremium angesichts der überraschenden Gruppenbildung unter Führung der CDU unter anderem ins Stammbuch: “Nachdem der Ortsrat in den letzten fünf Jahren mehrheitlich weiblich geprägt war, haben nun wieder die Herren die Mehrheit. Es bleibt abzuwarten, ob sich das in der Arbeit widerspiegelt“.
Und außerdem: „Die Wahlprogramme der einzelnen Parteien waren gar nicht so weit voneinander entfernt. Umso verwunderlicher ist es, dass sich im Gegensatz persönliches Machtgerangel über Wochen hinzog und damit im Vorfeld viel Porzellan zerschlagen wurde Damit sind die Probleme, die in den kommenden Jahren zu bewältigen sind, noch größer geworden.“