Lokales Bündnis fordert auch in Lehrte: Den Reichtum „umFAIRteilen“

Nicht zu übersehen waren am bundesweiten Aktionstagdie aufgestapelten Geldsäcke des Lehrter Bündnisses „Um-Fair-Teilen“ in der Einkaufspassage. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Im EKZ "Zuckerfabrik" wurden symbolisch große Geldsäcke aufgestapelt

LEHRTE (hdb). Bei einem bundesweiten Aktionstag hat sich auch das Lehrter Bündnis „Um-Fair-Teilen“ spektakulär engagiert: Große Geldsäcke wurden zu einem Turm aufgestapelt. „Wer nachdenkt, sagt ja!“ lautete die transparente Parole mit der politischen Forderung Vermögen stärker zu besteuern und Steueroasen auszutrocknen.
„In den letzten Jahren haben die Regierenden mit Steuersenkungen und Bankenrettung massiv von unten nach oben umverteilt. Wir wollen nicht, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht und öffentliche und soziale Leistungen weiter verschlechtert werden“, machten die Aktionisten um den Lehrter Gewerkschaftsfunktionär Reinhard Nold aus ihrer Meinung keinen Hehl. Hinter die bundesweiten Forderungen stellten sich auch die lokalen Organisationen des Sozialverbandes, des Kinderschutzbundes, des Ausländer-Arbeitskreises, der IG-Metall-Vertrauensleute der Firma Miele und der verdi-Vertrauensleute des Klinikums Wahrendorff. Unterstützung kam zudem von den Lehrter Parteien der SPD, der Grünen und der Linken.
Mitten in der Einkaufspassage symbolisierten 15 Geldsäcke, beschriftet mit großen Euro-Zeichen, die Anhäufung von Reichtum in den Händen weniger. „In so einem Sack stecken 30 Millionen Euro eines Managers drin, das muss doch umverteilt werden“, brachte es Günter May auf den Punkt.
Laut Nold fordert auch das Lehrter Bündnis „die Einführung der Vermögenssteuer sowie eine einmalige Vermögensabgabe, um die Krise zu überwinden und soziale sowie ökologische Fortschritte zu ermöglichen“. Die Finanz- und Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre habe die Schuldenberge der öffentlichen Hand weiter anwachsen lassen Dadurch fehlten die Mittel, um ausreichend in die Infrastruktur, in Bildung und in den ökologischen Umbau investieren zu können.
Bei der Protestaktion wurde auch die Rentenpolitik mit Blick auf die wachsende Altersarmut thematisiert. Etwa 100 Kinder konnten an einem Luftballon-Weitflug-Wettbewerb teilnehmen. Die Preisverteilung erfolgt nach Nolds Angaben bei der Feier zum 1. Mai auf dem Rathausplatz.